Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent - Kleingewerbe

Hallo,

Ich bin Student, arbeite als Werkstudent 20 Stunden die Woche und bin kleingewerblich als Promoter häufiger aktiv.
Meine frage ist - wie viel darf ich als ordentlich studierender im Jahr verdienen. Darf mein Gesamtlohn-verdienst von meiner Arbeitsstelle und der Promotion mehr als 17500€ sein?
Was passiert wenn ich über einen längeren Zeitraum mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten würde? Und zu letzt - ich würde gerne 24 Stunden bei meinem Arbeitgeber arbeiten um keine Promotion mehr machen zu müssen. Somit habe ich dann mehr Zeit für die Uni. Hierbei werden dann aber mehr Steuern abgezogen und ich komme dann wieder auf den selben Lohn. Wenn ich allerdings Promotion mache und als Werksstudent arbeite, habe ich diese Abzüge nicht mehr. Ist das richtig?
Ich bin echt durcheinander. Danke für eure Hilfe!

Viele Grüße,

Güray

Güray: 10.11.2017 11:59:12 |
Tags:
  • RE: Werkstudent - Kleingewerbe

    Hallo Güray,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Das Merkmal "ordentlich studierend" bezieht sich auf die Sozialversicherung, speziell auf die studentische Krankenversicherung. Dort gilt, du darfst in der Vorlesungszeit von montag bis freitag, tagsüber, nicht mehr als 20h arbeiten. Überschreitungen sind am nachts und am Wochenende ok, aber nicht länger als 26 Wochen im Jahr. Wenn dein Promotionjob also nicht zeitlich begrenzt ist, solltest du nochmal bei deiner Krankenkasse nachfragen, wie sie bei Selbstständigkeit und Überschreitung der 20h das bei Dir beurteilen. In der vorlesungsfreien Zeit ist ein Überschreiten der 20h kein Problem.
    Alles Wissenswerte über die studentische Krankenversicherung kannst Du auch hier noch einmal nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Die Höhe deines Verdienstes spielt vorwiegend steuerrechtlich eine Rolle. Ich gehe davon aus, dass du beim Finanzamt selbstständig gemeldet bist und am Ende des Jahres eine Steuererklärung abgeben musst. Die 17.500€ von denen du sprichst, gelten für die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Verdienst du weniger als 17.500€, kannst du dich von der Umsatzsteuer befreien lassen und musst sie nicht auf deinen Rechnung ausweisen und sie nicht zusammenrechnen für das ganze Jahr und in einem extra Formular für die Steuer angeben. Du kannst also problemlos mehr verdienen in deiner selbstständigen Tätigkeit, musst dann aber Umsatzsteuer ausweisen.
    Die 17.500€ werden nur für deine selbstständige Tätigkeit gezählt, was du mit deiner abhängigen Beschäftigung verdienst, wird nicht dazu gerechnet.

    Es mag sein, dass du im Vergleich auf den ersten Blick weniger Geld hast. Selbstständige Tätigkeiten werden aber am Ende des Jahres versteuert und es kann dazu kommen, dass Du Steuer nachzahlen musst. Wenn du eine Steuererklärung machst, kannst du aber auch Ausgaben anführen, die deinen Steuerfreibetrag erhöhen können. Im Jahr 2017 liegt dieser bei 8.820€. Als abhängig Beschäftigter stehen dir 1.000€ Werbungskostenpauschale jährlich zu. Zusätzlich kannst du bis zu 6.000€ Kosten für deine Ausbildung geltend machen. So ist es möglich eventuell auch Steuern zurück zu bekommen, die du bei deiner abhängigen Beschäftigung abführen musstest. Das ist immer von deinem individuellen Steuerfreibetrag abhängig.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich bei unseren Kolleg_innen in Köln beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2h​ oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Alles Gute für Dich,
    Wiebke
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/ ​www.facebook.com/​​​​​​​​​​​​​​​​​​dgb.studentsatwork

    S@W: 27.11.2017 14:04:38


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