Deutscher Gewerkschaftsbund

Kombination von Jobs

Hallo liebe Students at Work!

Kurz möchte ich meine Situation schildern:

ich habe bereits ein Bachelor-Studium (2fach) abgeschlossen und studiere nun auf Lehramt (insgesamt bin ich im 15. Hochschulsemester), da ich ein weiteres Studium nach dem 2Fach-Bachelor abgebrochen habe.

Momentan befinde ich mich in keinem selbstständigen oder abhängigen Arbeitsverhältnis.

Für den kurzfristigen Zeitraum von einem Monat 1.12-31.12 werde ich an der Universität als WHB (wissenschaftliche Hilfskraft mit Bachelorabschluss) beschäftigt sein.

Der Vertrag gilt für 19 Stunden pro Woche mit einem Verdienst von 10,70€

Nun möchte ich ab November einen weiteren (unbefristeten und nicht kurzfristigen) Midijob annehmen: 17,5 Stunden pro Woche, Arbeit auch am Wochenende und unter der Woche vorwiegend abends.

Was muss ich beachten, da ich für den Zeitraum Dezember über 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche käme?

Vielen Dank für die Hilfe!

Annika

Annika: 18.10.2017 09:46:28 |
Tags:
  • RE: Kombination von Jobs

    Hallo Annika,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Studentin, solange du immatrikuliert bist.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Feststellung deines Status dort. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran gemessen ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.

    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierte Studentin nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudentin angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV und AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,35% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmerin angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Von dieser 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudentin auf Arbeitnehmerin verändert.
    Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen die über den 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

    Außerdem könnten für dein Arbeitsverhältnis an der Uni im Dezember die Kriterien für kurzfristige Beschäftigungen greifen. Einkommen draus ist dann komplett sozialversicherungsfrei und es greifen auch Ausnahmeregelungen von der 20h-Grenze. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inT oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 13.11.2017 16:45:45


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