Deutscher Gewerkschaftsbund

Soli-Party

  • Künstler und einen Ort finden
  • Soli-Party bekannt machen
  • Spenden und Unterschriften sammeln

Zwei Fliegen mit einer Klappe könnt ihr schlagen, wenn ihr eine Soli-Party für eure Mitschülerin, die von einer Abschiebung bedroht ist, organisiert. Zum einen bringt eine Soli-Party natürlich öffentliche Aufmerksamkeit für euer Anliegen und zum anderen ein paar Euro, die eure Mitschülerin und deren Familie in ihrer momentanen Situation sicher gut gebrauchen können; Denn die Anwaltskosten für einen meist längeren Rechtsstreit sind oft beträchtlich. Die Organisation einer Soli-Party kann anfangs von wenigen Leuten übernommen werden, für den Auf- und Abbau und während der Veranstaltung selbst braucht ihr aber viele Helfer.

Überlegt euch zunächst, ob ihr ein Konzert veranstalten wollt oder ob Musik vom Band für eure Zwecke, möglichst viele Leute zusammen zu bekommen, ausreicht. Die Suche nach einer Band gestaltet sich mitunter schwieriger, ein Konzert ist aber oft auch attraktiver als "nur" eine Disco.
Parallel zur Suche nach den Musikgruppen bzw. der DJ könnt ihr euch auch schon mal nach einer Halle oder einem anderen geeigneten Veranstaltungsort umschauen. Eine Faustregel hier: Lieber zu klein als zu groß, denn nichts ist tödlicher für eine gute Stimmung als eine fast leere Halle. Ihr benötigt ferner eine Bühne und eine Musik- und Lichtanlage, die entweder dauerhaft installiert ist oder gemietet werden kann.

Um die Soli-Party (und auch den Grund, der dahinter steckt) bekannt zu machen, solltet ihr Plakate und Flyer gestalten, die in Geschäften und öffentlichen Gebäuden aufgehängt bzw. ausgelegt werden können. Natürlich solltet ihr vorher um Erlaubnis fragen. Auch eure regionale Tageszeitung wird bestimmt über eure Aktion berichten, wenn ihr die Lokalredakteurin anruft und ihr den Grund eurer Soli-Party erklärt.

Während der Veranstaltung sollte mithilfe eines Infostandes auf den Grund der Soli-Party hingewiesen werden, denn die Veranstaltung dient ja nicht nur dazu, mit dem Erlös und den Spenden eurer Mitschülerin zu helfen, sondern auch dazu, möglichst viele Leute auf das Problem aufmerksam zu machen. Hierbei können euch verschiedene lokale Organisationen helfen. Bindet ihr diese ein, erklären sie sich bestimmt gerne dazu bereit, Info- und Bücherstände zu gestalten.

Mit einer Petition, die ihr mit einer Unterschriftenliste auslegen und die ihr dann den zuständigen Politikern übergeben könnt, könnt ihr eurer Forderung Nachdruck verleihen. In der Nähe der Liste sowie an anderen prominenten Orten könnt ihr Spendendosen aufstellen, um Geld zu sammeln, damit ihr die Party finanzieren könnt und Geld zur Unterstützung eurer Mitschülerin zusammenbekommt. Ihr solltet natürlich aufpassen, dass die Spendendosen nicht abhanden kommen können.

Bei der Organisation einer Soli-Party ist es recht einfach, Unterstützer zu finden, zum Beispiel eine Bürgermeisterin, die die Gemeinde-Halle zur Verfügung stellt, eine Gruppe, die kostenlos auftritt oder ein PA-Verleih, der euch die Licht- und Tonanlage zur Verfügung stellt. Es lohnt sich auf jeden Fall, nachzufragen. Ihr solltet auf jeden Fall versuchen, euer finanzielles Risiko so weit wie möglich zu minimieren. Ziel der Party sollte es schließlich sein, mehr Geld einzunehmen als auszugeben. Es gibt nichts Unangenehmeres, als auf einem Berg von Schulden sitzen zu bleiben.

Broschüre