Deutscher Gewerkschaftsbund

Arbeiten in Teams

Bei allem Eifer für eure Themen und Projekte solltet ihr die wichtigste Grundlage allen Arbeitens nicht vergessen - eure Gruppe. Es ist entscheidend, dass sich alle im "Team" wohl fühlen und die Zusammenarbeit auch mit Spaß und Emotion verbunden ist. Dafür findet ihr in diesem Abschnitt hilfreiche Empfehlungen.

Arbeitsatmosphäre (Set + Setting)

Das Äußere bestimmt das Innere. In einem kahlen Klassenraum oder noch schlimmer in einem chaotischen und vermüllten Büro fällt es schwer, sich auf das Wesentliche (die Themen und Teilnehmer) zu konzentrieren oder kreative Ideen zu entwickeln. Auch fühlen sich neue Leute in einer solchen Atmosphäre nicht gut aufgehoben, weil sie sich von der Last des Vorhandenen erdrückt fühlen.
Versucht, ein angenehmes, aufgeräumtes, aber nicht steriles Arbeitsumfeld zu schaffen. Ihr solltet alle fürs Arbeiten benötigten Materialien (Papier, Stifte…) griffbereit haben und alles, was nicht gebraucht wird und ablenken könnte, zur Seite oder am besten aus dem Raum schaffen. Wenn feste Gruppen (z.B. SV-Vorstände) sich in eine neue Arbeitsphase begeben, ist es hilfreich, auch räumlich neue Wege zu beschreiten:

Trefft euch mal nicht am angestammten Ort, sondern fahrt mal raus aufs Land, trefft euch bei gutem Wetter im Freien oder wählt einen anderen ungewöhnlichen Tagungsort.

Auflockern + Kennen lernen

Für eine gute Zusammenarbeit ist es auch wichtig, dass man Vertrauen zu seinen MitstreiterInnen und Partnern entwickelt. Eine der wichtigsten Grundlagen dafür: einander kennen lernen. Außerdem ist eine gesunde, lebendige Gruppendynamik für die gemeinsame Arbeit förderlich. Das kann man auf verschiedene Weisen erreichen:

Spiele

Vielleicht klingt es in euren Ohren albern, aber es gibt kaum etwas Besseres für das Gruppenklima als spielerisch miteinander in Kontakt zu kommen, Spaß zu haben und starre Sitzungen durch kurze "Energizer" aufzulockern, zum Beispiel durch:

Punktespiel

Die Teilnehmer werden in 3 oder mehr Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wird mit einer Farbe in Form eines entsprechenden Klebepunktes auf der Stirn gekennzeichnet. Dann versuchen die Gruppen, sich gegenseitig zu fangen, wobei nicht jeder jeden fängt, sondern nur jeweils eine andere Gruppe "das Ziel" bildet und am Ende der Kreis geschlossen wird:

Rot fängt Gelb, Gelb fängt Blau, Blau fängt Rot. Wer gefangen ist, fliegt raus, bis nur noch eine Mannschaft übrig bleibt. Ihr solltet vorher alle Hindernisse aus dem Weg räumen oder am besten im Freien spielen.

Steckbriefe

Eine relativ einfache Methode, sich einen umfassenden Eindruck von den anderen zu verschaffen, ist das Anfertigen von Steckbriefen.

Vorteile: sie können aufgehoben werden und alle müssen sich Gedanken über sich selbst und ihre Rolle in der Gruppe machen, wenn der Steckbrief entsprechend konzipiert ist.

Die persönlichen Antworten auf Fragen wie: "Was will ich mit meiner Arbeit erreichen?", "Was kann ich gut?" oder "Was will ich lernen?" sind von unschätzbarem Wert, um sich ein klares Bild über die Zusammensetzung der Gruppe, unterschiedliche Motivationen und Kompetenzen zu verschaffen. Dabei sollte man aber das Private nicht vergessen: "Was sind meine Hobbys?", "Was ist mein größter Traum?", "Wenn ich drei Wünsche hätte…" etc.

Teamregeln

Kein Team kommt auf Dauer ohne Regeln aus. Vielleicht gibt es unausgesprochene Regeln, aber Regeln gibt es immer. Am besten, man definiert sie gemeinsam zum Beginn einer Zusammenarbeit und erzeugt so eine größere Identifikation, als wenn man sie schon fertig vorgibt. So führt ihr im Vorfeld eine konstruktive Auseinandersetzung, die beim späteren Auftreten von Problemen die Arbeit unnötig lähmen und destruktiv wirken würde. Verweis GO

Information

Information ist Grundlage für gemeinsames Arbeiten. Nur wenn man über den Verlauf des Gesamtprojektes auf dem Laufenden ist und weiß, wenn bei jemand anderem etwas schief läuft, kann man auch rechtzeitig intervenieren. Es sollte in der Regel keine Schande sein, offen zu sagen, wenn man etwas nicht wie vereinbart hinbekommt. Das ist meist besser, als wenn Defizite zu spät erkannt werden.

Ein gutes Team zeichnet sich gerade dadurch aus, dass Probleme offen ausgesprochen werden und man sie gemeinsam anpackt. Über wichtige Entwicklungen (z.B. Gesprächsergebnisse mit der Schulleitung, Partnern oder Ausfall von Mitarbeitern) sollten alle Mitglieder eines Teams zeitnah informiert werden.

Verantwortung

Gemeinsame Arbeit funktioniert nur gut, wenn die Menschen sich für das Projekt als Ganzes und für die von ihnen übernommen Aufgaben im Speziellen verantwortlich fühlen. Verantwortung haben heißt dabei nicht, dass man alles alleine machen muss, sondern nur, dass man nach besten Möglichkeiten dafür sorgt, dass die vereinbarten Ergebnisse erzielt werden (Arbeit delegieren und kontrollieren).

Für jede Aufgabe sollte es eine Person geben, die verantwortlich ist. Das beugt Kommunikations- und Koordinationsschwierigkeiten vor.

Broschüre