Deutscher Gewerkschaftsbund

Florian Haggenmiller zur Absolventa-Studie

Zur Praktika-Studie des Internetportals Absolventa erklärt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller:

"Die Situation von Praktikanten ist nach wie vor prekär. Unsere Studie 'Generation Praktikum' von 2011 hat ergeben, dass 40 Prozent der Praktika unbezahlt sind. 56 Prozent der Befragten, also mehr als die Hälfte, gaben an, dass sie noch Geld von ihren Eltern bekommen, 43 Prozent haben nebenher gejobbt, um über die Runden zu kommen. Es widerspricht jeder Lebenserfahrung, dass sich diese prekäre Situation binnen kürzester Zeit dramatisch verändert hat. Auch von dem oft erhofften Klebe-Effekt kann keine Rede sein. Nur 22 Prozent, also etwa ein Fünftel der Befragten, bekamen im Anschluss an das Praktikum eine reguläre Anstellung.

Praktikanten werden nach wie vor als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Vier von fünf Befragten (81 Prozent) gaben an, dass sie vollwertige Arbeit geleistet haben. Ein Praktikum ist eigentlich ein Lernverhältnis, wird aber allzu oft als Arbeitsverhältnis missbraucht. Dadurch werden reguläre, sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze verdrängt.

Wir brauchen endlich eine wirksame Regulierung von Praktikumsverhältnissen. Zuerst einmal müssen alle Praktikumsverhältnisse als Lernverhältnisse definiert und eine generelle zeitliche Begrenzung von Praktika auf höchstens drei Monate eingeführt werden. Auch für die Vergütung muss es klare Regeln geben. Sofern es keine tarifvertragliche Regelung gibt, sollte Praktikanten mindestens der BAföG-Höchstsatz gezahlt werden."

 

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