Deutscher Gewerkschaftsbund

16. Shell-Jugendstudie: Der Druck steigt

"Die Kluft wird größer, Jugendliche aus sozial schwachen Familien sind immer stärker benachteiligt": Der DGB positioniert sich zur 16. Shell-Jugendstudie.

"Die Ergebnisse der 16. Shell-Studie belegen, dass unsere Forderungen nach gerechter Zugang zu Bildung, Qualität der Ausbildung richtig sind", sagt René Rudolf, Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), anlässlich der heutigen (14. September 2010) Vorstellung der neuen Shell-Studie. "In keinem anderen Land hat die soziale Herkunft derart dramatische Auswirkungen auf die individuellen Bildungschancen, wie in Deutschland."

Auch wenn, laut Shell-Studie, 76 Prozent der Jugendlichen glauben, nach ihrer Ausbildung übernommen zu werden, sieht die Realität anders. Nach einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung wurden im Jahr 2007 lediglich 60 Prozent der Azubis übernommen. Angesichts der Finanzkrise sei zu befürchten, dass sich dieser Wert weiterhin verschlechtere.

"Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise dreimal so stark gestiegen wie in allen anderen Altersgruppen. Wem dennoch der Berufseinstieg gelingt, der sieht sich häufig mit prekären bzw. atypischen Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert: mit zeitlich befristeten Verträgen, in Leiharbeit, mit schlechter Entlohnung oder in teils unbezahlten Praktika", analysiert der DGB-Bundesjugendsekretär.

Die Jungen spürten den Druck: "Die Anforderungen steigen ständig, die Konkurrenz ist groß – darauf wollen sie vorbereitet sein und setzen auf Bildung. Eine gute Schulbildung und eine qualitativ hochwertige Ausbildung sind ihre Absicherung gegen eine Zukunft in Arbeitslosigkeit und Armut", so der DGB-Bundesjugendsekretär: "Wie die Ergebnisse der Shell-Studie zeigen, ist das Vertrauen in die Politik gesunken, während das Vertrauen in die Gewerkschaften weiterhin hoch ist. Die junge Generation sieht sehr klar, wer sich wirklich für sie und ihre Zukunft einsetzt."

 

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