Deutscher Gewerkschaftsbund

Gesetzliche Änderungen zum 1. Januar 2018

Viele Änderungen erwarten euch im neuen Jahr. Die DGB-Jugend hat diejenigen zusammengestellt, die junge Leute betreffen.

2018

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Sozialversicherung und anderes: Was sich zum 1. Januar 2018 ändert

Sozialversicherung

Die Beitragssätze zur Rentenversicherung sinken um 0,1 Prozent auf 18,6 Prozent, die Beitragssätze zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ändern sich nicht. Damit ändert sich der Arbeitnehmer_innenanteil zu 9,3 Prozent des Gehalts bzw. bei Minijobs auf 450 Euro-Basis auf 3,6 Prozent.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung wird für 2018 auf 1,0 Prozent gesenkt. Er dient den Krankenkassen als Richtwert bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. Der Beschluss ist für die Kassen jedoch nicht bindend.

Der Krankenversicherungsbeitrag in der studentischen Pflichtversicherung beträgt weiterhin 66,33 Euro plus ggf. kassenabhängiger Zusatzbeitrag und der Pflegeversicherungsbeitrag 15,25 Euro bzw. 16,87 Euro für über 23jährige Kinderlose.

Der Faktor F zur Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge in der Gleitzone ändert sich auf 0,7547. Diese Änderung wird zum Januar in unserem Gleitzonenrechner für Studierende eingearbeitet.

Die Gesamteinkommensgrenze für den Anspruch auf Familienversicherung steigt auf 435 Euro im Monat netto, das entspricht ungefähr 518€/Monat brutto bei abhängiger Beschäftigung. Die Verdienstgrenze im Minijob in Höhe von 450 Euro im Monat bleibt unverändert.

Steuern

Der Steuergrundfreibetrag steigt 2018 auf 9.000 Euro im Jahr. Der Kinderfreibetrag wird 2018 auf 4.788 Euro angehoben. Die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1000 Euro bei abhängiger Beschäftigung bleibt unverändert.

Ab 2018 gilt eine neue Abgabefrist: Einkommensteuererklärungen müssen zukünftig erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31. Juli 2019) beim Finanzamt eingegangen sein.

Neu ist auch die Einführung eines Mindestbetrags beim Verspätungszuschlag in Höhe von 25 EUR je Monat. Grundsätzlich beträgt dieser Verspätungszuschlag ab 2018 0,25 Prozent der Steuernachzahlung für jeden angefangenen Monat der Verspätung. Durch die Einführung des Mindestbetrags bleiben auch Steuererklärungen mit Nullfestsetzung (= die Steuer beträgt 0 Euro) oder Steuererstattungen nicht mehr vom Verspätungszuschlag ausgenommen.

Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen wurde von 150 Euro auf 250 Euro erhöht. Die Änderung ist rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten, gilt also schon bei der kommenden Steuererklärung für 2017.

Infos: hier.

Kindergeld und Kinderzuschlag

Das Kindergeld steigt im kommenden Jahr für das 1. und 2. Kind auf 194 Euro, für das 3. Kind auf 200 Euro und für das 4. sowie jedes weitere Kind auf 225 Euro. Der Kinderzuschlag bleibt mit 170 Euro je Kind 2018 unverändert.

Mindestlohn

Die gesetzliche Lohnuntergrenze bleibt auch 2018 bei 8,84 Euro pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn wird alle zwei Jahre neu festgelegt. Das heißt, im Laufe des Jahres 2018 wird die Mindestlohn-Kommission beraten, welche Höhe der Mindestlohn ab 2019 haben soll.

Für Minijobber_innen, die den Mindestlohn beziehen, liegt die monatliche Arbeitszeit damit auch 2018 höchstens bei 50,90 Stunden. Die praktische Tabelle des DGB-Bundesvorstands zeigt die monatlichen Höchstarbeitszeiten je nach Stundenlohn im Minijob.

Mutterschutz

Ab 1. Januar 2018 soll das Mutterschutzgesetz (MuSchG) mehr Schwangere und frischgebackene Mütter schützen als bisher - ob in der Schule, in Ausbildung oder im Studium. Studentinnen werden in den Anwendungsbereich des MuSchG einbezogen, wenn die Hochschule Ort, Zeit und Ablauf der Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgibt oder die Student_innen ein Pflichtpraktikum ableisten. Es verbessert den Kündigungsschutz und verpflichtet Arbeitgeber_innen noch deutlicher, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine Schwangerschaft kein Aus für die Berufstätigkeit bedeuten muss.

Mehr Infos findet ihr auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums.

Unterhaltsvorschuss

Bereits seit Juli 2017 können mehr Kinder alleinerziehender Eltern Unterhaltsvorschuss erhalten. Der Bezug der Leistung ist nun bis zur Volljährigkeit möglich. Auch die Begrenzung der Bezugsdauer von bislang maximal sechs Jahren wurde aufgehoben.

Ausführlichere Infos gibt es dazu auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums.

ALG II und Sozialgeld

Die Regelsätze werden zu Januar 2018 erhöht, so dass künftig ein Regelbedarfsanspruch auf 416 Euro im Monat für Alleinstehende/Alleinerziehende besteht. In Bedarfsgemeinschaften erhöht sich der Regelsatz auf 374 Euro pro Partner_in. Daraus leiten sich leicht erhöhte Mehrbedarfsleistungen nach §27 SGB II für Student_innen ab, da diese prozentual an die jeweils maßgeblichen Regelsätze gekoppelt sind.

Die Sozialgeldsätze für Kinder zwischen 6 und 13 Jahre steigen auf 296 Euro im Monat, ebenso die für Jugendliche von 14 bis 18 Jahre auf 316 Euro im Monat. Die Sätze für Kinder bis 6 Jahre steigen nach einer Nullrunde in 2017 nur auf 240 Euro im Monat.

Weitere Regelsätze findet ihr auf der Seite der Bundesregierung.