Deutscher Gewerkschaftsbund

Änderungen 2017

Wie gewohnt haben wir auch diesmal wieder zum Jahresende für euch die für Student_innen relevanten Änderungen fürs kommende Jahr zusammengefasst. 

Bild einer Krankenkassenkarte

Jürgen Kiontke

Krankenkasse und Co.: students at work sagt, wo es 2017 Änderungen gibt

Sozialversicherung

Der Krankenversicherungsbeitrag in der studentischen Pflichtversicherung beträgt (bereits seit dem Beginn des Wintersemesters 2016/17) 66,33 Euro plus ggf. kassenabhängiger Zusatzbeitrag. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt 2017 bei 1,1 Prozent. Er dient den Krankenkassen als Richtwert bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze.

Der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8 Prozent für über 23-jährige Kinderlose. Für studentisch Pflichtversicherte beträgt der Beitragssatz seit dem Wintersemester 2016/17 15,25 Euro bzw. 16,87 Euro für über 23-jährige Kinderlose.

Die Beitragssätze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung ändern sich wie die Beitragssätze zur Krankenversicherung nicht.

Der Faktor F zur Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge in der Gleitzone ändert sich leicht auf 0,7509. Diese Änderung wird zum Januar in unserem Gleitzonenrechner für Studierende eingearbeitet.

Entsprechend von ein Siebtel der Bezugsgröße steigt die Gesamteinkommensgrenze für den Anspruch auf Familienversicherung auf 425 Euro im Monat netto, die Verdienstgrenze im Minijob in Höhe von 450 Euro im Monat bleibt unverändert.

 Steuern

Der Steuergrundfreibetrag steigt 2017 auf 8.820 Euro und soll 2018 um 180 Euro auf 9.000 Euro erhöht werden. Der Kinderfreibetrag wird 2017 um 108 Euro auf 4.716 Euro angehoben werden. Zudem sollen im kommenden Jahr für alle Steuersätze die Einkommensgrenzen um 0,7 Prozent steigen (2018 voraussichtlich um weitere 1,5 Prozent). Ausführlichere Infos findet ihr auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums.

Kindergeld und Kinderzuschlag

Das Kindergeld wird 2017 um 2 Euro monatlich je Kind angehoben werden. Damit steigt das Kindergeld im kommenden Jahr für das erste und zweite Kind auf 192 Euro, für das dritte Kind auf 198 Euro und für das vierte sowie jedes weitere Kind auf 223 Euro.

Der Kinderzuschlag wird zum 1. Januar 2017 um monatlich 10 Euro auf 170 Euro je Kind erhöht.

Mindestlohn

Die Lohnuntergrenze steigt Anfang 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Das legte die Mindestlohnkommission von Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen bereits im Juni fest.

Für Minijobber_innen, die den Mindestlohn beziehen, liegt die monatliche Arbeitszeit ab 2017 damit höchstens bei 50,9 Stunden. Eine praktische Tabelle des DGB-Bundesvorstandes zeigt die monatlichen Höchstarbeitszeiten je nach Stundenlohn im Minijob.

ALG II

Die Regelsätze werden zu Januar 2017 erhöht, so dass zukünftig ein Regelbedarfsanspruch auf 409 Euro im Monat für Alleinstehende/Alleinerziehende besteht. In Bedarfsgemeinschaften erhöht sich der Regelsatz auf 368 Euro pro Partner_in, die Sozialgeldsätze für Kinder zwischen 6 und 13 Jahre steigen um 21 Euro auf 291 Euro im Monat, die für Jugendliche von 14 bis 18 Jahre auf 311 Euro im Monat. Die Sätze für Kinder bis 6 Jahre bleiben leider unverändert bei 237 Euro im Monat. Daraus leiten sich dann auch leicht erhöhte Mehrbedarfsleistungen nach §27 SGB II für Student_innen ab, da diese prozentual an die jeweils maßgeblichen Regelsätze gekoppelt sind. Weitere Regelsätze findet ihr auf der Seite der Bundesregierung.

Besonders spannend für Student_innen: BAföG-berechtigte Student_innen, die bei ihren Eltern wohnen, können zukünftig ergänzend reguläres ALG II beziehen. Dies schließt auch die durchs BAföG nicht abgedeckte anteilige Miete mit ein.

Zudem wurde festgestellt, dass Trinkgeld, das ALG II-Bezieher_innen/-Aufstocker_innen für ihre gemachte Arbeit bekommen, nicht auf die Leistungen nach SGB II angerechnet werden dürfen. Trinkgeld ist kein Einkommen, sondern eine freiwillige Zuwendung. Dies könnte insbesondere für in der Gastronomie tätige Student_innen relevant sein, die sich im Urlaubssemester/Teilzeitstudium befinden und daher reguläre ALG-II-Leistungen beziehen, aber auch für die, die Sozialgeld für ihre Kinder und/oder Mehrbedarfe nach §27 SGB II beziehen.

Bezieher_innen von ALG II/Sozialgeld müssen außerdem ab Juli 2017 nur noch alle 12 Monate einen Antrag auf Weiterbewilligung stellen. Außerdem ist eine Bagatellgrenze geplant, wonach vom Jobcenter zu viel erbrachte Beträge bis 50 Euro nicht mehr zurückgefordert werden sollen.