Deutscher Gewerkschaftsbund

Der "Gelbe Hand"-Wettbewerb 2017: Die Preisträger_innen

Der gewerkschaftliche Kumpelverein "Die Gelbe Hand" hat seine Preise in Mainz vergeben. Die Gewinner des Jahres 2016/17. Die IG Metall-Jugend NRW gewinnt den Sonderpreis der DGB-Jugend NRW, der Preis der DGB-Jugend Rheinland-Pfalz geht an die Klasse des Berufsgrundbildungsjahrs des Technisch-gewerblichen Berufszentrums I in Saarbrücken.

Verleihung Gelbe Hand Wettbewerb 2017

© Gelbe Hand

Gruppenbild mit Preisen: Der "Gelbe Hand"-Wettbewerb in Mainz

Am 15. März 2017 fand im Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Mainz die Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbs "Die Gelbe Hand" 2016/2017 statt. Rund 100 interessierte Gäste aus Politik, den Gewerkschaften, Zivilgesellschaft sowie Aktive des Kumpelvereins nahmen am Festakt teil. Der 1. Preis ging an die Schüler_innen des Paul-Spiegel-Berufskollegs aus Dorsten für ein Projekt zur Integration von jungen Geflüchteten in die Arbeitswelt.

Giovanni Pollice, Vorsitzender des Kumpelvereins, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Engagements der Jugendlichen für Demokratie und gegen Rassismus: "Die eingereichten Projekte spiegeln die vielfältigen Möglichkeiten des jugendlichen Engagements gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für Gleichbehandlung wider. Weder in Schulen noch in Betrieben und in der Gesellschaft ist es selbstverständlich, sich mit großem persönlichem Einsatz für Akzeptanz und Gleichbehandlung einzusetzen – wie Ihr es bei den vorgelegten Beiträgen getan habt. Ich bin überwältigt von eurer Kreativität!"

Gastgeberin der Preisverleihung war die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. Zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden der IG Metall, Jörg Hofmann, hatte die Ministerpräsidentin die Schirmherrschaft für den diesjährigen Wettbewerb übernommen.  Sie erklärte in ihrer Rede: "Mich machen die Hasstiraden und der dumpfe Rassismus mancher Leute regelrecht zornig. Wir müssen immer wieder klar machen, wie wichtig es ist, dagegen Stellung zu beziehen und den Rassisten nicht das Feld zu überlassen. Und genau das haben die Schüler_innen bei dem Wettbewerb 'Die Gelbe Hand' getan. Sie haben mit ihren Wettbewerbsbeiträgen ein kreatives Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung gesetzt."

"Demokratie muss jeden Tag neu verteidigt werden."
Jörg Hofmann

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hielt die Laudatio für den 1. Preis, den die Ausbildungsklasse Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement des Paul-Spiegel-Berufskollegs aus Dorsten erhielt, sowie für den vom Land Rheinland-Pfalz ausgelobten Sonderpreis den Yasmin Ölke und Shamama Butt von der Julius-Wegeler-Schule aus Koblenz bekamen.

Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, hielt die Laudatio für den zweiten Preis, der an die Auszubildenden der DB Services GmbH Regionalbereich Nordost aus Berlin ging, sowie für den dritten Platz, den die Schüler_innen vom Friedrich-List-Berufskolleg aus Bonn erhielten.

In seinem Grußwort betonte Hofmann: "Demokratie muss jeden Tag neu verteidigt werden. Demokraten müssen gegen Stimmungsmache und Hetze klar Position beziehen – in der öffentlichen Diskussion, am Vereinsstammtisch und vor allem auch im Betrieb, dem bei der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden eine ganz entscheidende Rolle zukommt."

In diesen Zusammenhang verwies Hofmann auch auf das unlängst durch eine Initiative der IG Metall in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit auf den Weg gebrachte Konzept eines Integrationsjahres.

Den Sonderpreis der DGB-Jugend NRW überreichte der Bezirksjugendsekretär Eric Schley an die IG Metall-Jugend NRW.

Die DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland stiftete ebenfalls einen Sonderpreis, den die Schüler_innen des Technisch-gewerblichen Berufszentrums I in Saarbrücken bekamen. Dieser wurde von der Bezirksjugendsekretärin Leonie Hein überreicht.

Sonderpreis DGB-Jugend NRW

Mit dem Sonderpreis DGB-Jugend NRW wurde die IG Metall-Jugend NRW für das Projekt "#mitherzundverstand – Eine Initiative der IG Metall-Jugend NRW gegen Rechtspopulismus und Rassismus" ausgezeichnet.

IG Metall Jugend NRW

© IG Metall

Ausgezeichnet fürs Engagement: Die IG Metall-Jugend NRW mit #mitherzundverstand – Eine Initiative gegen Rechtspopulismus und Rassismus

Anlässlich der im Mai 2017 stattfindenden Landtagswahlen in NRW und den darauf folgenden Bundestagswahlen hat sich der Bezirksjugendausschuss NRW Anfang 2016 intensiv mit Rechtspopulismus beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass gerade in den eigenen Reihen ein überdurchschnittlicher Anteil an AfD-Wähler_innen vorzufinden ist. Viele ehrenamtliche Kolleg_innen fühlten sich der Auseinandersetzung noch nicht gewachsen oder alleingelassen. Mit der Initiative #mitherzundverstand wollte man als IG Metall Jugend in die Offensive gehen und sowohl inner- und außerhalb der Gewerkschaft dieses heiße Eisen anfassen.

Für besonders preiswürdig hat die Jury die Methodenvielfalt, das breite ehrenamtliche Engagements und die Nachhaltigkeit bewertet. Die Erstellung von Bierdeckeln mit provokanten aber nicht stereotypischen Aussagen soll vor allem Nicht-Mitglieder erreichen, die Sympathie zum Rechtspopulismus haben. Es wurde bewusst darauf verzichtet, die "Nazi-Keule" zu schwingen.

Ergänzt wurde diese Aktionsform um eine Instagram-Foto-Serie mit Prominenten und Politiker_innen. Wichtigstes Element waren Bildungsangebote für die betriebliche Arbeit. Ohne viel Zeit vergehen zu lassen, hat der BJA Expert_innen eingeladen, die besondere Knackpunkte der gewerkschaftlichen Argumentation gegen Rechtspopulismus klärten und so Selbstsicherheit bei den Ehrenamtlichen herstellten. Ein breitangelegtes Argumentationstraining für alle 38 Ortsjugendausschüsse ergänzte dies im Nachgang.

Sonderpreis DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/ Saarland

Mit dem Sonderpreis DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/ Saarland wurde die Klasse BGJ (Berufsgrundbildungsjahr) des Technisch-gewerblichen Berufszentrums I in Saarbrücken für das Filmprojekt "Abseits – Ein Film gegen Fremdenfeindlichkeit & Rassismus" ausgezeichnet.

Mit einem von den Schüler_innen selbstorganisierten Filmprojekt macht die Klasse des Berufsgrundbildungsjahres des Technisch-gewerblichen Berufszentrums aus Saarbrücken auf die Bekämpfung von Vorurteilen und Rassismus aufmerksam. Ihr Beitrag entstand im Rahmen des Sozialkundeunterrichts, bei dem sich die Schüler_innen auf eine interessante Art und Weise mit dem Thema Vorurteile und Rassismus auseinandersetzen wollten. In Ihrem Film zeigen die Schüler_innen, wie alltäglich die Probleme mit Rassismus und rassistischen Einstellungen sind und wie nebensächlich diese Probleme werden, wenn es um ein gemeinsames Ziel geht. Die Schüler_innen setzen mit Ihrem Film ein klares Zeichen gegen Rassismus und für Integration.

Die Begründung der Jury: "Um gegen Rassismus und rassistische Einstellungen vorzugehen, gilt es auch und gerade in alltäglichen Situationen Haltung zu zeigen. Um einen Beitrag zur Bekämpfung von Fremdenhass und Vorurteilen zu leisten, entwickelten die Schülerinnen und Schüler des Berufsgrundbildungsjahres des Technisch-gewerblichen Berufszentrums I Saarbrücken die Idee, einen Film zu diesem Thema zu drehen. Die Entwicklung der Story für den Film lag komplett bei den Jugendlichen. Der Film zeigt eine alltägliche Situation, in der deutsche und ausländische Jugendliche gemeinsam Fußball spielen und dabei sehr deutlich Stellung gegen die Mitglieder einer anderen Mannschaft beziehen, die sich rassistisch äußern. Die Beharrlichkeit, mit der bei diesem Beitrag junge Menschen, die selbst mit häufigen Misserfolgen konfrontiert sind, ihr Projekt umsetzten und so ein klares und deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzten, hat die Jury besonders beeindruckt."

Die "Gelbe Hand"-Preise

1. Preis
Mit dem ersten Preis wurden die Schüler_innen der KBMV-O Klasse des Paul Spiegel-Berufskollegs in Dorsten für das Projekt "Junge Flüchtlinge schnuppern eine Woche im Orientierungspraktikum", ausgezeichnet.

2. Preis
Der zweite Preis wurde an die Auszubildenden der DB Services GmbH Regionalbereich Nordost in Berlin für das Projekt "Ein Zuhause für unsere 'Chance Plus plus'" verliehen.

3. Preis
Die Schüler_innen des Friedrich-List-Berufskollegs in Bonn gewannen den 3. Preis für das Filmprojekt "Ich bin ein Mensch! Keine Chance den Vorurteilen!".

Sonderpreis Rheinland-Pfalz
Mit dem Sonderpreis Rheinland-Pfalz wurden Yasmin Ölke und Shamama Butt, Schüler_innen der Julius-Wegeler-Schule in Koblenz für das Projekt "Ankunft in Deutschland" ausgezeichnet.

Der Wettbewerb wurde von der Rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, der DGB Jugend NRW, der DGB Jugend Rheinland-Pfalz/ Saarland, dem DGB Bildungswerk NRW, von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW, der Otto-Brenner-Stiftung und der IG Metall unterstützt.


Weitere Infos: http://www.gelbehand.de/...

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