Deutscher Gewerkschaftsbund

Fußball ist ein inklusiver Sport, sagt Rosemarie Neumann

Es ist Fußball-Weltmeisterschaft – Teams aus aller Welt treffen sich in Russland, um hinter dem Ball herzulaufen. Grund genug für Soli aktuell, sich mit DGB-Expertin Rosemarie Neumann zu unterhalten.

Rosemarie Neumann

© Privat

Einer für alle und dann noch Cristiano Ronaldo auf der Ersatzbank: Expertin Rosemarie Neumann weiß, wie man ein Fußballspiel gewinnt!

Rosemarie, wenn man dich fragt: "Hast du am Wochenende schon was vor?", sagst du…?
Natürlich Fußball! Ich verfolge diverse Ligen. Jogis Eleven, also DAS TEAM, steht bei mir hoch im Kurs. Bei der Bundesliga habe ich natürlich besonders meinen Heimatverein Hertha BSC im Blick.

Meine persönlichen Highlights sind aber immer die Spiele, bei denen ich live dabei bin. Da stehen jugendliche Fußballer_innen auf dem Feld, die an mehreren Tagen in der Woche ihre Freizeit sehr sinnvoll nutzen, um zu trainieren und dann am Wochenende zu zeigen, was sie können. Da geht es noch um den Sport und das gemeinsame Erlebnis, nicht ums Geld.

Ich freue mich auch immer sehr auf die Jugendmeisterschaften. Oftmals sitze ich dann mit einem Kollegen als Stadion- oder Hallensprecher_in am Mikro und genieße die Atmosphäre. Besonders nah sind mir die inklusiven Teams. Dort spielen behinderte und nicht behinderte Spieler_innen zusammen. Da geht mir immer das Herz auf. Das Glück in den Gesichtern der Kinder, aber auch der Eltern, überträgt sich sofort.

Mein Herz schlägt ebenfalls schnell bei "meiner" Mannschaft, den Zweiten Herren der SpVgg Tiergarten 58 e. V. Ich begleite sie schon sehr lange. Einige Spieler hatte ich schon im Jugendbereich in der Mannschaft, einen sogar seit der G-Jugend (4 bis 6 Jahre). Unglaublich!

Sollten junge Beschäftigte, Azubis und Studierende Fußball spielen oder gefährdet das die Gesundheit?
Wenn beide Teams, die sich gegenüberstehen, gut trainiert haben und technisch guten Fußball spielen, ist die Verletzungsgefahr geringer als man vermutet. Die meisten Verletzten hatte ich tatsächlich immer in den niedrigsten Spielklassen. Dort gibt es die geringste Erfahrung.

Stichwort Solidarität: Was fasziniert die Gewerkschafterin an dem Spiel?
Die immer wieder neuen Spielsituationen, das tatsächlich oft nicht perfekte Spiel, der Gemeinschaftssinn. Gewinnen – aber auch mit Stil verlieren können, traurig sein und sportlich gönnen können. Daran müssen wir alle arbeiten.

Es gibt aber auch immer etwas Positives an einer vermeintlich schlechten Situation. Jede_r einzelne Spieler_in ist ein wesentlicher Teil der Mannschaft. Nur zusammen kann man ein starkes Team bilden.

Irgendeiner sitzt doch immer auf der Ersatzbank…
Und die ist enorm wichtig. In jedem Spiel finden Auswechselungen statt. Es ist immer gut, mehrere Joker auf der Bank zu haben. Es sitzen dort nicht – wie oft vermutet wird – die Luschen, sondern oftmals Spieler_innen, die ein Spiel total positiv verändern, sowie sie den Platz betreten haben.

Wenn der DGB ein Fußballteam wäre, was wäre dir als Trainerin wichtig? Den Sinn für das Spiel zu schärfen, aber nicht das Wesentliche zu vergessen: Es ist nur ein Spiel! Mein Motto: Einer für alle, alle für einen.

Jetzt mal ehrlich: Messi oder Ronaldo?
Eindeutig CR7. Er ist für mich der genialste Spieler unter der Sonne!


Hier geht’s zum DGB-WM-Tippspiel: https://dgb.wmkick.eu

(aus der Soli aktuell 6/2018, Autorin: Soli aktuell)