Deutscher Gewerkschaftsbund

MIT VIDEO - Wir bleiben dran: Der BBiG-Aktionstag der Gewerkschaftsjugend

Die Gewerkschaftsjugend traf sich in Berlin vor dem Bildungsministerium und machte Dampf für die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes.

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BBiG-Aktionstag am 30.11.2016: Das Video

"Ich glaube, in allen Fraktionen ist nun bekannt, welche Probleme es auf dem Ausbildungsstellenmarkt gibt", sagt Florian Haggenmiller.

Der DGB-Bundesjugendsekretär bedankt sich bei der Gewerkschaftsjugend für ihr Engagement. Das ganze Jahr hat sie für die Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) gestritten, in den Wahlkreisen diskutiert, Aktionen inszeniert.

Denn: Azubis gehen krank zur Arbeit, machen Überstunden, werden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. All das, weil das wichtige Thema Ausbildungsqualität nicht ausreichend gesetzlich geregelt ist. Die Folge: In manchen Branchen finden die Arbeitgeber keine Azubis, weil die Bedingungen der Ausbildung so schlecht sind. Und Jugendliche brechen Ausbildungen ab, weil sie genau das feststellen müssen.

Die BBiG-Kampagne hat die Missstände an die Öffentlichkeit, in die Politik getragen. Nur die zuständige Ministerin, Johanna Wanka (CDU), scheint taub für die Forderungen zu sein. Rund 90 Mitglieder der Gewerkschaftsjugend sind am heutigen 30. November trotz nasskalten Wetters vor das riesenhafte Bundesbildungsministerium der notorischen Qualitätsverweigerin an der Spree gezogen. Motto: "Wenn Wanka nicht zu uns kommt, kommen wir zu ihr."

So war's bei der Aktion:

Dass diese Aktion nötig ist, hat sie sich redlich verdient. Mehrmals ist sie von der DGB-Jugend zum Gespräch eingeladen worden, reagiert hat sie nie.

Der Ausbildungsreport der DGB-Jugend listet Jahr für Jahr die Mängel bei der Ausbildungsqualität auf. Die im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien festgeschriebene Evaluation des BBiG, die Wanka veröffentlicht hat, scheint nicht von Betroffenen durchgeführt worden zu sein. Eine Änderung des BBiG sei nicht notwendig, verkündete die Ministerin vor einigen Monaten lapidar. Motto: Die Politik weiß zwar Bescheid, aber schweigt.

Die Politik weiß zwar Bescheid, aber schweigt.

Die Gewerkschaftsjugend bleibt aber trotzdem dran, auch mit Blick auf die Bundestagswahl im nächsten Jahr. "Wir wollen, dass die Ausbildung besser wird, auch wenn Wanka nicht mehr im Job ist", sagt DGB-Jugend-Referentin Anna Leona Gerhardt. Die Forderungen veralten deswegen nie und nimmer. Gerhardt: "Junge Menschen dürfen wir nicht im Regen stehen lassen!"

In der grauen Betonwüste ist die Aktion der Gewerkschaftsjugend der Farbklecks. Ein Graffitikünstler hat ein super "Ausbildung besser machen"-Logo gesprayt. Später gibt's bunte Rauchgranaten.

Aktionstag

© DGB-Jugend

"Wir wollen, dass die Ausbildung besser wird": Die Gewerkschaftsjugend vor dem Ministerium

Die Redner_innen auf der Bühne unterstreichen, warum Änderungen in der Ausbildungsstruktur dringend nötig sind. Gregor Best von der jungenNGG führt an, dass sich in der Hotel- und Gaststättenbranche schon "Teildienste" durchgesetzt haben. Azubis müssen mitten am Tag drei Stunden unbezahlte Pause machen. Abends geht es dann weiter bis in die Puppen mit Arbeit. "Ausbildung braucht keine Überstunden", ruft er. Und wenn die jetzige Bildungsministerin nicht mehr im Amt sein sollte, werde man das eben von "einer anderen Person" fordern.

Marie-Therese Krottenthaler von der IG Metall sagt: "Das duale Studium ist völlig ungeregelt." Obwohl es schon seit 2004 in die Ausbildungsabläufe vieler Betriebe integriert ist, gibt es kaum Regelungen für die Studierenden.

"Der Grundgedanke der Gewerkschaften ist solidarisches Handeln. Deswegen kämpfe ich für eine bessere Ausbildung."

IG BCE-Mitglied Leonie Koch ist extra aus Köln gekommen. Im Interview erzählt sie, sie sei Studentin, habe aber auch eine Ausbildung gemacht. "Der Grundgedanke der Gewerkschaften ist solidarisches Handeln. Deswegen kämpfe ich für eine bessere Ausbildung", sagt sie.

Auch Leonie rechnet in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit entscheidenden Änderungen beim BBiG. "Alle unsere Forderungen sind wichtig. Man schaue sich nur mal den Berufsschulunterricht bei den Bäcker-Azubis an. Die müssen um vier Uhr morgens anfangen zu arbeiten, obwohl sie um sieben zu Berufsschule müssen. Das gibt es nirgendwo anders."

Zum Abschluss – von wegen, die Forderungen sind nur Schall und Rauch – werden die bunten Nebelkerzen gezündet. Dann ziehen die Anwesenden ins Bundesbildungsministerium und geben ihre Forderungen persönlich ab: Die Slogans "Zeit fürs Heft", "Praxis gut anleiten", "Schule braucht Zeit" und "Zeug zum Lernen" auf großen Pappschildern – das sind die Forderungen der BBiG-Kampagne "Ausbildung besser machen".

Zumindest an denen kommt Johanna Wanka heute nicht vorbei.

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