Deutscher Gewerkschaftsbund

Ein starkes Netzwerk: Zum Auftakt der 20. DGB-Bundesjugendkonferenz

Die 20. DGB-Bundesjugendkonferenz 2017: Ausbildung, Bildung, Arbeit, Soziales und Wirtschaft, Frieden und Demokratie: Die Gewerkschaftsjugend hat ihre Schwerpunktthemen und politischen Leitlinien für die nächsten vier Jahre festgelegt.

BJK

Herzlich willkommen, die Konferenz ist eröffnet! Die DGB-Jugend auf ihrer Bundesjugendkonferenz am 10. November 2017

Herzlich willkommen, die Konferenz ist eröffnet! Die DGB-Jugend traf sich ab dem 10. November für drei Tage im Berliner Kongresszentrum Kosmos, um über insgesamt 108 Anträge abzustimmen. Die Themen: Ausbildung und Ausbildungsmarkt, Bildung und Weiterbildung, Arbeit und Digitalisierung, Solidarische Gesellschaft – Frieden und Demokratie, Sozial- und Wirtschaftspolitik und die eigene Positionierung innerhalb des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Die DGB-Bundesjugendkonferenz ist das höchste Gremium der Gewerkschaftsjugend, sie tagt alle vier Jahre. 104 Delegierte aus den acht Mitgliedsgewerkschaften – EVG, IG BAU, IG BCE, GdP, GEW, IG Metall, NGG, ver.di – und Gäste aus dem In- und Ausland waren gekommen. Auch junge Vertreter_innen von Parteien und Verbänden wollten wissen, was die Gewerkschaftsjugend beschließen wird, genauso wie Avital Shapira-Shabirov vom israelischen Gewerkschaftsbund Histadrut, Tom Vrijens vom Europäischen Gewerkschaftsbund, Stefan Bartl und Sascha Ernst vom Österreichischen Gewerkschaftsbund oder Edjane Rodrigues von der brasilianischen CUT die derzeit auch Vorsitzende der amerikanischen Gewerkschaftsjugend.

DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte und die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack, im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand für Jugendthemen zuständig, eröffneten die bunt ausgestattete Konferenz gemeinsam.

Hannack sagte: "So erlebe ich meine Gewerkschaftsjugend. Kreativ und solidarisch, attraktiv und wirkungsmächtig, laut und weltweit vernetzt. Ihr seid ein starkes Netzwerk zur Durchsetzung eurer Interessen und eine wichtige Stimme innerhalb des DGB. Ich bin stolz darauf Teil dieser Gewerkschaftsjugend zu sein."

Gemäß dem Konferenzmotto "Still Loving Solidarity" sei es gerade in der aktuellen Zeit wichtig, Solidarität zu leben. In den letzten Monaten sei das gesellschaftliche Klima rauer geworden, seit der Bundestagswahl mit dem starken Ergebnis der AfD. Hannack sagte, dies stelle eine politische Zäsur dar. "Deshalb kommt es gerade jetzt darauf an, zusammenzustehen."

Als Gewerkschafterin und Gewerkschafter müsse man gemeinsam Haltung zeigen, "uns nicht von Angriffen verunsichern und durch gezielte Hetze spalten zu lassen: Denn nur, wenn wir solidarisch sind, wenn wir uns immer wieder klar machen, was uns im Innersten stark macht, die Einigkeit, sind wir in der Lage allen Angriffen Stand zu halten und unsere Themen die uns wichtig sind zu setzen".

DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte schloss sich diesem Appell an. "Weit verbreitete rechte Einstellungen haben zu einem greifbaren Wahlergebnis geführt. Und dieses ändert viel mehr als nur die Sitzverteilung im Bundestag: Es schafft einen Möglichkeitsraum für einen deutlichen Rechtsruck in öffentlichen Debatten."

Es gebe offene Angriffe auf gewerkschaftliche Aktive, ihre Veranstaltungen, "in unseren Häusern, aber auch in den Sozialen Medien". Das wecke Erinnerungen. Deswegen gelte: "Wehret den Anfängen - Nie wieder Faschismus! Wir bauen auf eine attraktive, durchsetzungsstarke Gewerkschaftsjugend, in der wir Solidarität leben und erlebbar machen, offen mit einander umgehen und unsere gemeinsamen Ziele anpacken."

Anschließend begann die Gewerkschaftsjugend mit ihrem Programm. Der filmische Geschäftsbericht wurde vorgestellt, der Überblick über die Arbeit der letzten vier Jahre. Studierendenarbeit, die Kampagne "Ausbildung besser machen", Engagement gegen Rassismus, Projekte für junge Geflüchtete, internationale Arbeit, Israelaustausch, die Bundestagswahl: Das Spektrum des Jugendverbandes mit über einer halben Million Mitgliedern war denkbar breit in den letzten vier Jahren. Und viele Probleme erfordern auch europaweites Handeln, übergreifende Solidarität, wie etwa die Jugendarbeitslosigkeit.

Ein Dauerbrenner war immer wieder der Kampf mit der Wirtschaft um genügend betriebliche Ausbildungsplätze für alle jungen Menschen, die gerne eine Ausbildung machen wollen. "Wir brauchen endlich eine gesetzliche Ausbildungsgarantie", sagt Isabell Senff von der ver.di Jugend zum Geschäftsbericht des BJA.

"Wir haben uns entschieden: Auf das Wir kommt es an."

Beim Thema Studium hat vor allem der Alternative BAföG-Bericht für Wirbel gesorgt, die Politik richtig unter Druck gesetzt. "Die Studierenden brauchen eine starke Interessenvertretung", sagte Matthias Schröder von der GEW. Und außerdem: "Unsere Angebote werden genutzt." Denn in den letzten Jahren sind tausende Studierende in die Gewerkschaften eingetreten.

Martin Ströhmeier vom DGB-Bildungswerk betonte die Wichtigkeit der DGB-Jugendbildung. Die Jugendbildungsarbeit der DGB-Jugend sei ein starkes Bindungsglied zwischen allen Gewerkschaften - mit vielen gemeinsamen Veranstaltungen, den Seminarprogrammen und Ausbildungen, Sommerakademien oder Bildungsurlauben könne die DGB-Jugend viele junge Menschen erreichen. Eine Gegenprobe im Auditorium brachte den Beweis: Die meisten der Delegierten waren schon im DGB-Jugendbildungszentrum Hattingen gewesen und haben dort Veranstaltungen besucht!

Josef Holnburger von der EGB-Jugend hob den internationalen Charakter des gewerkschaftsjugendlichen Engagements hervor. "Manche Sachen sind nur europaweit zu lösen." Und in vielen Ländern werden die Verhältnisse ruppiger, etwa in der Türkei. Holnburger: "Unsere gemeinsame Position lautet: Nie wieder Faschismus!"

Danach stiegen die Delegierten in die Debatte über die Anträge ein. Dabei wurde ein Initiativantrag zu den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU, Grünen und FDP einstimmig angenommen! Die kommenden Bundesregierung wird darin u.a. aufgefordert, ein bundesweites einheitliches und kostenfreies Azubi-Ticket einzuführen, die sachgrundlose Befristung abzuschaffen und 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr mit dauerhafter Sozialbindung zu bauen.

Am Abend folgte der "Polit-Talk", der live auf Facebook übertragen wird. Die DGB-Jugend diskutierte mit den Politiker_innen Pascal Meiser (Die Linke), Ricarda Lang, Bundessprecherin (Grüne Jugend), Nicolas Sölter (CDU) und Johanna Uekermann (SPD) vor allem das Thema Bildung als Grundlage sozialer Gerechtigkeit: Junge Menschen brauchen einen chancengerechten Zugang zu Bildung. Ausbildung und Studium müssen bei der Qualität enorm zulegen. Und dann, beim Berufseinstieg, sind nur allzu oft prekäre Beschäftigung und Befristungen die Realität.

Die DGB-Jugend will einen gerechten Zugang zu Bildung und eine Garantie auf Ausbildung – sie sind Grundvoraussetzungen für soziale Gerechtigkeit. Die Zuschauer_innen können dabei gleich Kommentare abgeben und Fragen stellen.

Die junge Generation hat dezidierte Vorstellungen zu den aktuellen Koalitionsverhandlungen – und die Gewerkschaftsjugend erwartet von den Politiker_innen, dass sie sich den Lebensrealitäten von Azubis, Studierenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen.

Wie es im Geschäftsbericht der DGB-Jugend heißt: "Wir haben uns entschieden: Auf das Wir kommt es an."

***

Der Polit-Talk - das Video

Sie benötigen den FlashPlayer (mindestens Version 9) und einen Browser mit aktiviertem JavaScript!

Video vom Polit-Talk am Abend des 10. November 2017

Am Abend folgte der "Polit-Talk", der live auf Facebook übertragen wird. Die DGB-Jugend diskutierte mit den Politiker_innen Pascal Meiser (Die Linke), Ricarda Lang, Bundessprecherin (Grüne Jugend), Nikolas Sölter (CDU) und Johanna Uekermann (SPD) vor allem das Thema Bildung als Grundlage sozialer Gerechtigkeit: Junge Menschen brauchen einen chancengerechten Zugang zu Bildung, Ausbildung und Studium müssen bei der Qualität enorm zulegen. Und dann, beim Berufseinstieg, sind nur allzu oft prekäre Beschäftigung und Befristungen die Realität.

Die DGB-Jugend will einen gerechten Zugang zu Bildung und eine Garantie auf Ausbildung – sie sind Grundvoraussetzungen für soziale Gerechtigkeit. Die Zuschauer_innen können dabei gleich Kommentare abgeben und Fragen stellen.

Die junge Generation hat dezidierte Vorstellungen zu den aktuellen Koalitionsverhandlungen – und die Gewerkschaftsjugend erwartet von den Politiker_innen, dass sie sich den Lebensrealitäten von Azubis, Studierenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen.

Wie es im Geschäftsbericht der DGB-Jugend heißt: "Wir haben uns entschieden: Auf das Wir kommt es an."