Deutscher Gewerkschaftsbund

Lasst uns die Welt verändern: Der dritte Tag der 20. DGB-Bundesjugendkonferenz

Die 20. DGB-Bundesjugendkonferenz 2017: Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann richtete Grüße an die Gewerkschaftsjugend. In der Antragsdebatte positionierten sich die Delegierten gegen rechte Parteien. DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte hielt die Schlussrede.

BJK

© DGB-Jugend

Debatten und Abschluss: Delegierte der Bundesjugendkonferenz

Den dritten und letzten Konferenztag eröffnete der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Er stellte klar, worum es bei der Gewerkschaftsarbeit geht: "Wir wollen gute Arbeit für alle Menschen in diesem Land."

Dabei sah er die Gewerkschaftsjugend in entscheidender Rolle: "Ihr zeigt in unterschiedlicher Weise, wie lebendig gewerkschaftliche Jugendarbeit sein kann." Mit ihren Kampagnen zur Bildung und Ausbildung treibe die DGB-Jugend die Politik vor sich her.

Auch Europa- und gar weltweit sei ihre Arbeit wirkungsmächtig – dies zeige auch die Anwesenheit der internationalen Gäste. Solidarität kenne bei der DGB-Jugend keine Grenze, wenn 50 Prozent der jungen Beschäftigten in manchen Regionen Südeuropas arbeitslos seien. Die prekären Bedingungen, unter denen etwa Kleidung produzierte werde, habe die Gewerkschaftsjugend ebenfalls immer wieder thematisiert. Hoffmann: "Die DGB-Jugend ist eine kompetente und wirkungsmächtige Stimme für die Interessen junger Beschäftigter." Auch er warnte vor dem Einfluss der rechten AfD auf die deutsche Politik.

Die Pause nach Hoffmanns Rede nutzten die Kolleg_innen von ver.di, um einen Gruß an die Beschäftigten der gerade zerschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin zu richten (hier gibt es eine entsprechende Petition).

Manuela Conte

© DGB-Jugend

"Lasst uns die Welt verändern, sie braucht es": DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte

In der anschließenden Debatte ging es um die Themen Solidarische Gesellschaft, Frieden und Demokratie, zu denen die Gewerkschaftsjugend unterschiedliche Forderungen formulierte. Ein wichtiger Punkt war das Wirken vieler junger Gewerkschafter_innen in Sachen Flucht und ihre Haltung zu den internationalen Fluchtbewegungen. Hier sei eine Stärkung des ehrenamtlichen Engagements dieser vielen jungen Kolleg_innen notwendig. "Dazu brauchen wir vereinfachte Möglichkeiten für Angestellte des öffentlichen Dienstes und Beamte, eine Dienstbefreiung zu erhalten, wenn sie ehrenamtlich in der Geflüchtetenhilfe aktiv sein wollen", hieß es im entsprechenden Antrag.

Im Weiteren positionierten sich die Delegierten mit Forderungen zum Verbot rechtsradikaler Parteien und verabschiedeten einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der AfD. Die Gewerkschaftsjugend bekräftigte ihre aktive Rolle in der Friedenspolitik und befürwortete in diesem Zusammenhang die Rüstungskonversion.

Zudem soll der 8. Mai – das Datum der Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg – künftig ein Feiertag sein: "Dieser Tag soll ein Tag gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung jeglicher Form werden", heißt es im Antragstext. "Es soll außerdem darauf hingewirkt werden, dass an diesem Tag bundesweit Veranstaltungen zum Thema Antifaschismus durchgeführt werden."

Nach der Antragsdebatte beendete DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte die Konferenz. "Einigkeit in der Unterschiedlichkeit" wünschte sie sich für die Gewerkschaftsjugend. 98 Anträge wurden beraten und beschlossen, es seien starke Positionen und Forderungen entwickelt worden: "Für das was uns eint, was uns wichtig ist. Lasst uns gemeinsam die Welt verändern, sie braucht es."

Nicht alles konnte beraten werden, manches muss nun im Bundesjugendausschuss nachgeholt werden. Doch das nächste große Ereignis steht bereits an: der DGB-Bundeskongress, bei dem die Gewerkschaftsjugend mit ihren Beschlüssen ganz sicher eine starke Position haben wird. Eben ein aktives und wirkungsmächtiges Netzwerk.