Deutscher Gewerkschaftsbund

Besser mit JAV!

Besser mit JAV. Und besser mit Gewerkschaft! Von Konstantin Kohl

© Simone M. Neumann

Konstantin Kohl ist Referent bei der DGB-Jugend und für JAV-Arbeit zuständig

Wenn das mit dem Ausbildungsplatz erst mal klar gegangen ist, denkst du: läuft doch. Endlich eigene Kohle und selbst was machen.

Aber dann merkt man womöglich, dass es doch nicht ganz so klappt, wie man sich das gedacht hat. Dass man neben dem Betrieb noch in die Berufsschule muss – geschenkt. Aber muss die unbedingt von zu Haus aus in der Gegenrichtung liegen? Doppelt langer Arbeitsweg, doppelt teuer? Was redet die Ausbilderin überhaupt über mich? Hat dieser grabbelige Chef schon mal was von #MeToo gehört? Wäre ja doch interessant, rauszukriegen, was eigentlich eine gute Ausbildung ist.

Zum Glück gibt es die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), die sich genau um so was kümmert. Sie vertritt die Jugendlichen unter 18 Jahren und Auszubildende, Praktikant_innen, Werkstudent_innen unter 25 Jahren – und wird auch von diesen gewählt.

Was sie tun kann, darf und muss, regeln das Betriebsverfassungsgesetz und das Personalvertretungsgesetz. Zum Beispiel arbeiten die JAVen mit dem Betriebs- oder Personalrat zusammen. Die wiederum sind die eigentliche Interessenvertretung der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber. Gibt es sie nicht, kann auch keine JAV gewählt werden.

Das wäre nicht gut, denn sie ist nicht nur dazu da, sich der Probleme der jungen Beschäftigten anzunehmen, auf Beschwerden und Anregungen zu reagieren. Sie darf – und sollte! – auch selbst aktiv werden. Dabei geht es um Aufgaben, die nur auf den ersten Blick vielleicht etwas dröge klingen: Sie überwacht, ob der Arbeitgeber sich um Arbeitsschutz oder Unfallverhütung kümmert. Und Regelungen wie Jugendarbeits- und Mutterschutz einhält – und ob die Ausbildung korrekt läuft.

Das kann schon extremst wichtig sein. Darüber hinaus kann die JAV aber auch eigene Projekte machen: beispielsweise Auszubildende bei der Wohnungssuche unterstützen, sich um junge Alleinerziehende oder überhaupt Eltern kümmern, Rassismus oder -Sexismus thematisieren, endlich das Azubi-Ticket fordern. Hauptsache, es geht um junge Beschäftigte.