Deutscher Gewerkschaftsbund

Wie macht ihr das? Die Gewerkschaftsjugend beim UNI-Kongress

Vernetzungstreffen: Hannah Koppetz hat für die ver.di Jugend am Weltkongress der Vereinigung UNI Global Union teilgenommen.

Hannah Koppetz

@ Privat

Fuhr zum UNI-Weltkongress: Hannah Koppetz

Hannah, im Juni fand in Liverpool der UNI Weltkongress statt, des Bündnisses von 900 Gewerkschaften in 150 Ländern, die 20 Millionen Beschäftigte im Dienstleistungssektor organisieren. Kommt man sich da nicht klein vor?
Im Gegenteil! Man merkt, dass man Teil von etwas ganz Großem ist. Ich bin als Mitglied des Präsidiums des ver.di-Bundesfrauenrates ausgewählt worden, um die Interessen junger Frauen in ver.di auf dem Kongress zu vertreten. Das ist eine große Aufgabe und zeigt einem, wie wichtig das ist. Insgesamt waren wir 607 Delegierte aus 523 Organisationen und 113 Ländern, dazu Gäste und Personal. ver.di hat mit insgesamt 14 Delegierten – zwei davon aus der Jugend – plus Beobachter_innen und Gästen die größte Delegation geschickt.

Über welche Themen habt ihr geredet?
Alles, was uns momentan auch beschäftigt: Umwelt und Nachhaltigkeit, Genderthemen, Jugend in Gewerkschaften, Gewalt am Arbeitsplatz, Arbeitnehmerrechte von Sportler_innen und Digitalisierung und weiteres.

Spielen die Interessen der jungen Beschäftigten eine große Rolle bei UNI?
Ja! Die Organisationen sind sich einig, dass wir eine starke Jugend in den Gewerkschaften brauchen. Daher wurde ein Antrag zur Vergrößerung der Jugendvertretung in UNI beschlossen.

Sind sich die Dienstleister_innen weltweit immer einig?
Diskussionspunkte innerhalb der Anträge gab es schon, aber auch immer einen gemeinsamen Nenner. Die Solidarität unter Gewerkschafter_innen ist großartig und faszinierend.

Welche Rolle spielt ein solcher Zusammenschluss für deine Arbeit?
Ich habe mich mit internationalen Kolleg_innen vernetzen und mir Ideen für die zukünftige Arbeit holen können. Die am meisten gestellten Fragen waren: Wer bist du? Wo kommst du her? Und: How do you make it happen – wie macht ihr es möglich? Das war auch das Motto des Kongresses.

Ich hoffe, dass die Ideen, die ich im Gepäck habe, Früchte tragen und sich die Energie auf andere überträgt. Denn wir sind nicht allein: Um in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung großen Weltkonzernen gegenüber sprach- und handlungsfähig bleiben zu können, brauchen wir internationale Partner_innen und Bündnisse, die uns unterstützen.

Zuvor warst du bereits Delegierte bei der UNI-Frauenkonferenz. Was wurde dort verhandelt?
Wie die UNI und deren Mitgliedsgewerkschaften in den nächsten Jahren für die Gleichstellung kämpfen, wie sie gegen Gewalt an Frauen, die weltweiten Gender Pay Gaps vorgehen. Und sich für Empowerment von Frauen in Lebens- und Arbeitswelten einsetzen. Und wir haben festgestellt, dass die Anzahl der Frauen in Führungsgremien der Gewerkschaften trotz Quote weltweit zwar gestiegen, aber noch nicht befriedigend ist. Auch das soll in Zukunft in den Fokus gerückt werden. Denn vor allem junge Frauen brauchen Vorbilder: "Man kann nicht werden, was man nicht sieht", hat eine Kollegin auf dem Kongress treffend gesagt.


(aus der Soli aktuell 7/2018, Autorin: Soli aktuell)