Deutscher Gewerkschaftsbund

Junge BAU: Wir sind es wert!

IG BAU-Bundesjugendsekretär Moritz Greil zum Schlichterspruch in der Bauindustrie.

Moritz Greil

© IG BAU

Guter Abschluss: IG BAU-Bundesjugendsekretär Moritz Greil

Die Baubranche boomt – dennoch weigerten sich die Arbeitgeber in den letzten Wochen beharrlich, die Beschäftigten an der guten Wirtschaftslage teilhaben zu lassen. Die freien Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe scheiterten dieses Jahr an dieser fehlenden Kompromissbereitschaft und mangelnden Einsicht.

Dem Schlichterspruch von Wolfgang Clement stimmten die Arbeitgeber schließlich doch zu. Nach zähen und langwierigen Verhandlungen konnten wir einen neuen Tarifvertrag für die 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe abschließen. Das Ergebnis ist derzeit im Jahr 2018 der beste Abschluss aller Branchen in Deutschland und damit ein beachtlicher Erfolg für die hart verhandelnde Tarifkommission der IG BAU.

Zum Schlichterspruch: Rückwirkend ab 1. Mai 2018 gibt es im Westen 5,7 Prozent und im Osten 6,6 Prozent mehr, ab 1. Juni 2019 im Osten noch einmal plus 0,8 Prozent. Zusätzlich gibt es für die Beschäftigten im Westen 1.100 Euro an Einmalzahlungen in drei Schritten und eine Einmalzahlung von 250 Euro im Osten.

Auszubildende erhalten monatlich in den ersten drei Jahren ihrer Ausbildung im Westen 65 Euro und im Osten 60 Euro mehr Geld und bundesweit ein 13. Monatseinkommen. Das 13. Monatseinkommen wird aktuell in manchen Bundesländern zu 55 Prozent gezahlt, in anderen Ländern nur von der Bauindustrie und in wiederum anderen gar nicht. Diese Zersplitterung soll in mehreren Stufen aufgehoben werden.

Die Einkommenstarifverträge haben eine Laufzeit von 26 Monaten und enden zum 30. April 2020.

Um als Branche weiter interessant für junge Kolleg_innen sein zu können, brauchen wir die Übernahme aller Ausbildungskosten. Mit dem Ergebnis sind wir einen großen Schritt weiter gekommen, da die Kolleg_innen mit den höchsten Eigenkosten entlastet werden.

Für Unterbringungs- und Fahrtkosten beim Besuch von Landes- oder Bundesklassen in Berufsschulen gibt es einen Pauschalbetrag in Höhe von 60 Euro monatlich. Im kommenden Jahr werden wir den Pauschalbetrag evaluieren. Mittelfristig sollen die Kosten über die Berufsbildungsumlage der Branche vollständig erstattet werden.

Jetzt ist der Abschluss für die Azubis vor allem im ersten Ausbildungsjahr ein sehr großer Sprung. Ich denke, wir können uns damit wirklich sehen lassen.


(aus der Soli aktuell 6/2018, Autorin: Moritz Greil)