Deutscher Gewerkschaftsbund

jungeNGG: Wieso nicht unbefristet?

Impressionen von der NGG-Bundesjugendkonferenz: Zeitverträge und unbequeme Arbeitszeiten sind große Belastungen in der Hotel-und Gastronomie-Branche, sagt die Delegierte Adina Frank.

Adina Frank

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Hände hoch, Zukunft her: Adina Frank von der jungenNGG setzt auf Perspektive

Adina, wie hast du die Bundesjugendkonferenz deiner Gewerkschaft erlebt?
Ich war das erste Mal dabei, ich fand sie total gut, weil man ein gewisses Recht zur Mitbestimmung hat. Die Themen waren sehr inte­ressant und ich habe viele Leute kennengelernt.

Welche Anträge waren für dich wichtig?
Ganz oben stand, dass die Befristung von Arbeitsverträgen abgeschafft wird. Arbeitnehmer_innen ist ein sicherer Arbeitsplatz extrem wichtig. Wie soll man mit einer Befristung die eigene Zukunft planen?

Wie sieht es mit Befristungen in deinem Betrieb aus?
Auch bei uns gibt es Zeitverträge. Zur Übernahme nach der Ausbildung haben wir eine Gesamtbetriebsvereinbarung. Danach werden Azubis für nur sechs Monate übernommen. Zwar werden derzeit die meisten übernommen, doch eine Garantie ist das nicht. Dann wird entschieden, ob der Vertrag noch mal verlängert wird oder nicht, manchmal auch mehr als einmal. Da frage ich mich: Wieso kann man nicht gleich ein unbefristetes Arbeitsverhältnis daraus machen?

Kommt ihr aus den größeren Betrieben auf einen Nenner mit den jungen Beschäftigten in den Kleinbetrieben?
Klar. Wir sind ja auch nur 800 Mitarbeiter_innen. Auch wir haben Schichtarbeit, die macht kaum eine_r gerne. Und wenn ich sehe, dass in der Gastronomie, Menschen 13 Stunden und mehr am Stück arbeiten müssen, bin ich klar dafür, dass dies abgeschafft wird.

Was war für dich sonst noch wichtig?
Das Thema Legalisierung von Cannabis. Manche sehen darin einen großen Wirtschaftsfaktor. Es gab meiner Auffassung nach nur sehr wenige Gegenstimmen, eine kam von mir.

Für mich ist Legalisierung keine Lösung: Wenn Gras verboten bleibt, ist der Reiz für Jugendliche recht groß, es auszuprobieren. Wenn es aber legal ist, wird es noch viel mehr konsumiert. Aber als Einstiegsdroge existiert es dann nicht mehr. Und dann? Nehmen die Jugendlichen Tabletten, Kokain oder Heroin. Ich glaube, es hat eine Schutzfunktion, wenn Cannabis illegal bleibt.

Selbst stellst du die Zaubertinktur Maggi her, ein wirklich wichtiges Lebensmittel…
Ja. Seit drei Jahren arbeite ich in der Würze-Herstellung. Es ist unvorstellbar, welche Mengen an Würze verbraucht werden.

Deine Perspektive für die Zukunft?
Bei der diesjährigen JAV-Wahl ein ordentliches Gremium hinzubekommen, um unsere Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben zu können.


Adina Frank ist Fachkraft für Lebensmitteltechnik und vertritt die Interessen junger Beschäftigter bei Maggi in Singen.

(aus der Soli aktuell 6/2018, Autorin: Soli aktuell)