Deutscher Gewerkschaftsbund

Eine zukunftsfähige Polizei: der neue GdP-Bundesjugendvorsitzende Niels Sahling

Niels Sahling ist der neue Bundesjugendvorsitzende der JUNGEN GRUPPE (GdP). Mit Soli aktuell sprach er über sein Ehrenamt.

Junger Mann mit Sakko, im Hintergrund GdP-Transparent

© Hagen Immel

Kriegt gut zu tun: Niels Sahling, der neue Bundesjugendvorsitzende der GdP

Niels, wie fühlt man sich im neuen Amt?
Wir sind ein fast komplett neues Gremium mit mir als neuem Vorsitzenden. Daher ist es mir wichtig, schnellstmöglich zu einem richtigen Team zusammenzuwachsen. Denn nur als Team werden wir die anstehenden Aufgaben auch erfolgreich meistern können. Dabei ist mir die Zusammenarbeit mit der DGB-Jugend sehr wichtig.

Wo siehst du drängende Probleme?
Aufgrund der Föderalismusreform 2006 stehen die Polizeien des Bundes und der Länder heute nicht nur mit der freien Wirtschaft in Konkurrenz, sondern befinden sich auch untereinander im Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Vor allem in der Besoldung und Versorgung gibt es große Unterschiede. Die Fehler der Föderalismusreform 2006 müssen endlich korrigiert und die Beamten-, Besoldungs- und Versorgungsgesetze der Länder und des Bundes wieder vereinheitlicht werden, ohne dass dabei Verschlechterungen entstehen. Auch werden Tarifbeschäftigte häufig nur befristet eingestellt. Eine langfristige Lebensplanung wird dadurch erheblich erschwert. Dies gilt es so schnell wie möglich zu verändern.

Im April hattet ihr Bundesjugendkonferenz – was stand dort oben auf der To-do-Liste?
Die Beseitigung der erwähnten Unterschiede zwischen den Polizeibehörden untereinander und gegenüber der freien Wirtschaft, ein höherer Schutz für die Einsatzkräfte, mehr Personal und eine bessere Ausrüstung sind unsere wichtigsten Anliegen. Auch bei der Digitalisierung steht die Polizei vor großen Herausforderungen.

Womit wirst du am meisten zu tun haben?
Wir wollen die Polizei zukunftsfähig gestalten und auch die Attraktivität des Berufs erhöhen. Um Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen, müssen Polizei und andere Sicherheitsbehörden professionell ausgestattet sein und über moderne Hard- und Softwarelösungen verfügen. Täter machen nicht an Landes- und Bundesgrenzen halt – nicht in der realen und erst recht nicht in der digitalen Welt.
Will man das polizeiliche Arbeiten erleichtern und in der Verbrechensbekämpfung einen Schritt voraus sein, sind einheitliche Systeme und Schnittstellen für den bundesweiten Informations- und Datenaustausch genauso unerlässlich wie hochqualifiziertes Personal für den IT-Bereich.

Hinzu kommen hohe Belastungen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns ein wichtiges Thema. Eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sollten heutzutage selbstverständlich sein.

Aber auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit ist kein Tabuthema. Die JUNGE GRUPPE (GdP) hat viele gute Ideen, um die Polizei zukunftsfähig zu gestalten. Da folgen wir ganz dem Motto unserer Bundesjugendkonferenz: "Wer, wenn nicht wir!"


Infos: www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/jugend

(aus der Soli aktuell 5/2018, Autorin: Soli aktuell)