Deutscher Gewerkschaftsbund

Das ist ein guter Abschluss: Max Kadach zum TVöD

Erfolgreich verhandelt beim neuen Tarif im öffentlichen Dienst: Maximilian Kadach kämpfte in der ver.di-Bundesjugendtarifkommission für gute Ausbildungsbedingungen.

 

Junger Mann mit Sonnenbrille vor Demonstranten der Gewerkschaft ver.di

© Privat

Mit viel Rückhalt in der Bundesjugendtarifkommission: Maximilian Kadach von der ver.di Jugend

Der Abschluss im öffentlichen Dienst ist großartig. 100 Euro mehr, 30 Tage Urlaub – und der wichtigste Punkt: die Tarifierung von verschiedenen Berufen, deren Ausbildung bisher nicht tariflich geregelt war und wo es kaum oder gar keine Vergütung gab. Dazu gehören die operationstechnischen und anästhesietechnischen Assistent_innen, die Notfallsanitäter_innen sowie die Auszubildenden der praxisorientierten Erzieher_innenausbildung.

Wir sprechen bei manchen Kolleg_innen von bis zu 200 Euro, manchmal sogar mehr – so ein dickes Plus bekommst du über eine Entgeltforderung allein niemals hin. Über andere Berufsgruppen wird noch verhandelt, aber auch hier ist eine Tarifierung in Aussicht. Genau wie bei den dual Studierenden.

Die Laufzeit – 30 Monate – finden wir alle nicht so toll. Aber das war der Preis, den wir zahlen mussten, um unsere anderen Forderungen durchzukriegen. Die Arbeitgeber sind eben an einer langen Friedenspflicht interessiert. Wir wollten das genaue Gegenteil, wir haben zwölf Monate gefordert.

Bei der Übernahme gilt die alte Regelung weiter, auch da wollten wir längerfristig mehr: die völlige Entfristung.

Ob ein längerer Streik besser gewesen wäre? Gute Frage. Aber für die Jugend bedeutet ein Streik auch ein Interessengegensatz: Wir blockieren quasi unsere eigene Ausbildung. Da kann auch viel verlorengehen.

Ich glaube aber, wenn wir mit der Energie weitermachen, können wir in 30 Monaten sehr viel mehr rausholen. Und dafür brauchen wir mehr Menschen. Wir verzeichnen nun auch mehr Gewerkschaftseintritte bei der Jugend.

Die gute Streikbeteiligung hat viel ausgemacht. In unserem Betrieb haben nur wenige nicht mitgezogen. Aber die hatten Prüfungen, das hat eine andere Qualität. Prüfungen gehen vor. Der Arbeitgeber ist uns in die Parade gefahren, hat einen Prüfungstag angesetzt. Das ging aber nach hinten los. Wir haben bei ver.di gesagt: Machen wir doch danach noch einen Streiktag! Damit haben wir den Arbeitgeber endgültig auf die Palme gebracht.

In der Bundesjugendtarifkommission hatte ich den Rückhalt meiner Kolleg_innen. Ich fand es sehr schön, hinter die Kulissen zu gucken. Ich wollte unbedingt wissen, wie so ein Tarifvertrag entsteht. Wer ist da wie aufgestellt, wer entscheidet, wie das läuft?

Viele haben mich gefragt, wie das so ist mit den Verhandlungen, der Bundesinnenminister Horst Seehofer war ja auch da. Und viele freuen sich über den guten Abschluss. Selbst die, die im letzten Ausbildungsjahr sind, profitieren noch davon.

***

Azubis im TvöD
Bei den Verhandlungen für die 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst wurde im April eine Einigung erzielt: Im Schnitt 7,5 Prozent Lohnerhöhung, 100 Euro mehr an Ausbildungsvergütung bei 30 Monaten Laufzeit, ein Urlaubstag mehr, neue Tari-fierungen – darauf haben sich die Tarifvertragsparteien im April verständigt. Insgesamt 220.000 Beschäftigte waren zeitweise im Warnstreik.

Das neue Vertragswerk soll rückwirkend zum 1. März 2018 in Kraft treten.


Infos: https://wir-sind-es-wert.verdi.de

(aus der Soli aktuell 5/2018, Autor: Maximilian Kadach)