Deutscher Gewerkschaftsbund

Der Azubi-Report für die Medien

Die Gewerkschaft ver.di veröffentlicht die Ergebnisse zur ersten Azubi-Befragung in den Druck- und Medienberufen.

Medien-Report

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Wie geht es den Auszubildenden in den Druck- und Medienberufen? Das wollte jetzt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gemeinsam mit ihren Sozialpartnern wissen und hat bei den Azubis nachgefragt. Die Daten hat der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien veröffentlicht, eine gemeinsame Einrichtung des Bundesverbandes Druck und Medien und des ver.di-Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie.

Fast ein Drittel aller Auszubildenden in den sechs Ausbildungsberufen der Branche haben den Fragebogen ausgefüllt. Das sind Mediengestalter_innen Digital und Print, Medientechnolog_innen im Druck, im Siebdruck, in der Druckverarbeitung, Packmitteltechnolog_innen und Buchbinder_innen (Handwerk).

Bei der Befragung der Azubis wurden nach besonderen Anhaltspunkten in der Ausbildung geschaut, wie etwa Einhaltung des Ausbildungsplans, Verrichtung von ausbildungsfremden Tätigkeiten, Ausbildungsnachweis, fachliche Anleitung, Qualität der Ausbildung im Betrieb, Ausbildungszeiten und Überstunden und natürlich Ausbildungsvergütung. Darüber hinaus wurden sie in einer zweiten Untersuchung mit den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 höchstfrequentierten Ausbildungsberufen abgeglichen.

"Die Vorlage und den Fragebogen für die Azubi-Befragung über die Ausbildungsqualität in den Medienberufen lieferte der Ausbildungsreport der DGB-Jugend", sagt der ver.di-Bundesfachgruppenleiter Verlage, Druck und Papier, René Rudolf.

Dabei wurden große Schwankungen festgestellt: So belegen die Buchbinder_innen bei der Beurteilung der fachlichen Qualität mit Abstand den ersten Platz aller Berufe, bei der Ausbildungsvergütung liegen sie im Feld der insgesamt 31 Berufe aber nur auf Platz 24. Auch die persönliche Beurteilung fällt trotz der hohen Zufriedenheit mit der fachlichen Qualität mit Platz 20 vergleichsweise schlecht aus.

Genau umgekehrt verhält es sich bei den angehenden Medien- bzw. Packmitteltechnolog_innen. Diese liegen in der Vergütung weit vorn (Platz 7 bzw. 3), die fachliche Qualität wird aber vergleichsweise schlecht beurteilt (Platz 28 und 29). Die Ergebnisse eröffneten vielfältige Möglichkeiten, so Rudolph, das Thema Qualität der Ausbildung durch Betriebsrät_innen, Jugendvertretungen, Ausbilder_innen und gewerkschaftlich Aktive auf die betriebliche Agenda zu setzen.

(aus der Soli aktuell 4/2018, Autorin: Soli aktuell)

Hier gibt es den Medienreport