Deutscher Gewerkschaftsbund

Freifahrt in NRW: #AzubiTicketJetzt

Die DGB-Jugend NRW macht Kampagne für ein preisgünstiges und landesweites Azubi-Ticket. Von Eric Schley und Felix Eggersglüß.

Azubi-Ticket

Freie Fahrt: Die Gewerkschaftsjugend in NRW will das Azubi-Ticket © DGB-Jugend NRW

Wer in Emsdetten im Münsterland wohnt und täglich zur Ausbildungsstelle in Münster pendelt, zahlt 130 Euro für ein Jobticket. Nur nachmittags und am Wochenende lässt es sich auch privat nutzen – und nur im Münsterland, nicht einmal im benachbarten Ruhrgebiet.

Dagegen haben Studierende schon heute – zu Recht! – ein Semesterticket. Mit günstigem Pauschalpreis können Studis damit den gesamten NRW-Nahverkehr nutzen – rund um die Uhr. Warum ist das für Azubis nicht auch möglich?

Erfolgreich als Thema gesetzt
Als DGB-Jugend NRW hatten wir zur Landtagswahl 2017 gefordert: Wir brauchen endlich ein preisgünstiges und NRW-weites Azubi-Ticket. Unsere Kampagne war so erfolgreich, dass es unsere Forderung in mehrere Parteiprogramme schaffte. Auch der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-gelben Landesregierung kam um das Thema nicht herum: Dort ist das Ziel festgeschrieben, ein Azubi-Ticket einzuführen.

Wir wiederum haben nachgelegt. Anfang Juni beschlossen wir auf unserer Bezirksjugendkonferenz einstimmig – auf Initiative der IG Metall-Jugend NRW – einen umfangreichen Forderungskatalog zum Azubi-Ticket. Diesen Beschluss setzen wir aktuell mit unserer Kampagne "Freifahrt! #AzubiTicketJetzt" um. Wir suchen den Kontakt zu Landespolitiker_innen und bemühen uns um den Dialog mit der Landesregierung, die erfreulicherweise an dem Thema arbeitet.

Unser Konzept: Der Weg zur Umsetzung
Fachlich fordern wir, dass die Landesregierung mit den Verkehrsverbünden, Kammern und uns eine gemeinsame Lösung erarbeitet. Diese sollte vorsehen, dass das Land zweckgebundene Zuschüsse an die Verkehrsverbünde zahlt. Mit dem Geld müssten diese ein einheitliches und preisgünstiges Azubi-Ticket für ganz NRW auflegen. Wir wollen das Azubi-Ticket als Angebot für alle Auszubildenden – und nicht als Zwangslösung! Attraktiv wird das Azubi-Ticket für viele, wenn es im gesamten Bundesland gilt – und wenn es nicht teurer ist als das Semesterticket. Deswegen setzen wir auf einen Preis von 30 Euro pro Monat, zu dem alle Auszubildenden das Ticket erwerben können.

Mitmachen zum 1. Mai
Gerade steuern wir auf den 1. Mai zu, der für uns ein Kampagnenhöhepunkt ist – weil wir das Thema landesweit setzen. Auch in den sozialen Medien können sich Unterstützer_innen mit ihrem Profilbild zu unserer Kampagne bekennen. Mit unserer Trendumfrage zum Azubi-Ticket wollen wir erfassen, wie hoch die Unterstützung für unsere Forderung ist. Hier solltet ihr euch beteiligen, wenn ihr aus NRW kommt: www.kurzlink.de/azubiticket

Darüber hinaus könnt ihr bei unserer 1. Mai-Fotoaktion mitmachen: dafür einfach am Tag der Arbeit ein Foto mit dem Hashtag #AzubiTicketJetzt in sozialen Medien veröffentlichen – und euren Follower_innen sagen, warum ihr unsere Forderung unterstützt.
Wir sagen: Ein NRW-weites und preisgünstiges Azubi-Ticket

  • macht die duale Ausbildung besser und attraktiver
  • stärkt Azubis in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe (auch in der Freizeit und im Ehrenamt) und
  • ist zukunftsweisend klimafreundlich.

Eric Schley ist Bezirksjugendsekretär des DGB NRW. Felix Eggersglüß ist dort DGB-Jugendbildungsreferent.

(aus der Soli aktuell 4/2018, Autoren: Felix Eggersglüß, Eric Schley)