Deutscher Gewerkschaftsbund

Das Theater und die Heimat: die Ruhrfestspiele

Die gewerkschaftlichen Festspiele in Recklinghausen zeigen ab dem 1. Mai 2018, wie heimelige Gefühle zur eigenen Abgrenzung benutzt werden.

Ruhrfeststpiele 2018

Kalte Dusche für die Ideologie: Georg Büchners "Lenz" auf der Bühne der Ruhrfestspiele © Ruhrfestspiele

Vom 1. Mai bis 17. Juni 2018 nehmen die gewerkschaftlichen Ruhrfestspiele das Thema "Heimat" in den Fokus – ein Begriff, der für Vertrautes steht und doch anfällig ist für Brüche, Risse, Vereinnahmung.

Dem wollen die Theatermacher_innen mit ihrem Spielzeitprogramm 2018 etwas entgegensetzen. Dabei werfen Werke von Hauptmann über Brecht und Dürrenmatt bis hin zu zeitgenössischen Autoren wie Michael Ojake hochaktuelle Fragen zu den Themen Herkunft und Identität, Heimat und Flucht auf.

Auch eine einschneidende Zäsur am Standort der Ruhrfestspiele, dem Ruhrgebiet, steht im Zentrum: das Aus des Steinkohlebergbaus. Anhand von Musiktheater-, Artistik- und Tanzproduktionen, Straßentheater, Konzerten sowie einem zweitägigen Forum werden seine Geschichte und Bedeutung künstlerisch aufgearbeitet.

Darüber hinaus zeigen Künstler_innen und Ensembles aus aller Welt beim "Fringe"-Festival vom 22. Mai bis 16. Juni 2018 in Recklinghausen Schauspiel und Tanz, Zirkus und Akrobatik, Figurentheater und Musik.

Entstanden sind die Festspiele mit den ersten Aufführungen der Hamburger Theater als Dankeschön für die Bergleute aus Recklinghausen. Denn als es den Hamburgern im harten Nachkriegswinter 1946 an Kohle zur Beheizung der Spielstätten fehlte, schleusten die Recklinghäuser Bergleute den fossilen Brennstoff ein.


1. Mai bis 17. Juni 2018. Ruhrfestspiele. Infos: www.ruhrfestspiele.de

(aus der Soli aktuell 4/2018, Autorin: Soli aktuell)