Deutscher Gewerkschaftsbund

IG Metall Jugend: Für Azubis ordentlich was rausgeholt

Gut verhandelt: Der Abschluss in der Metall- und Elektrobranche für Azubis und junge Arbeitnehmer_innen.

Statistik

© IG Metall

Ein fettes Plus und bezahlte freie Tage vor Prüfungen: Der Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie beschert auch den Auszubildenden überproportional mehr Geld und Zeit. Offensichtlich haben die bundesweiten ganztägigen Warnstreiks mit mehr als einer halben Million Metaller_innen gewirkt.

Ab 1. April 2018 bekommen alle Auszubildenden 4,3 Prozent mehr Geld. Darüber hinaus erhalten sie im März einmalig ein Plus von 70 Euro. Das ist ein prozentual deutlich höherer Anteil als die 100 Euro Einmalzahlung für ausgelernte Beschäftigte

Im nächsten Jahr gibt’s dann zum 1. Juli noch mal richtig was obendrauf: das neue "tarifliche Zusatzgeld" ("T-Zug") von 27,5 Prozent der individuellen monatlichen Ausbildungsvergütung plus 200 Euro Festbetrag. Und zwar für alle Azubis – unabhängig vom Ausbildungsjahr. Damit rückt die überproportionale Erhöhung der Vergütungen für Auszubildende näher. Denn beide Komponenten wirken ab 2020 dauerhaft. Konkret bedeutet das: Neben den 27,5 Prozent bekommen Azubis ab 2020 statt des Festbetrages von 200 Euro 12,3 Prozent des Facharbeiter-Eckentgelts, multipliziert mit dem Faktor des jeweiligen Ausbildungsjahres.

Künftig erhalten Auszubildende in Baden-Württemberg vor ihren Abschlussprüfungen zwei freie Tage. Und zwar einen Tag vor dem schriftlichen Prüfungspart Teil 1 und einen weiteren vor dem schriftlichen Prüfungspart Teil 2. Der Pilotabschluss im Südwesten wurde mittlerweile auch in Bayern, an der Küste, in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und NRW übernommen. Die Zahl der freien Tage vor Prüfungen kann bei den Abschlüssen zur Übernahme für die anderen Tarifgebiete unterschiedlich ausfallen. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten und endet zum 31. März 2020.


(aus der Soli aktuell 3/2018, Autorin: Soli aktuell)