Deutscher Gewerkschaftsbund

We love Mindestausbildungsvergütung

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung steht, dass die Mindestausbildungsvergütung kommen soll. Die DGB-Jugend wird dafür sorgen, dass dies nicht in Vergessenheit gerät.

Gruppe junger Leute

© DGB-Jugend

Erinnert sich noch jemand an die letzte Bundesregierung? Die hatte im Koalitionsvertrag stehen, dass die duale Ausbildung gestärkt werden sollte. Passiert ist – nichts. Nun gibt es eine neue Regierung, die in großen Teilen die alte ist. Auch dort steht einiges im Koalitionsvertrag – zum Beispiel, dass eine Mindestausbildungsvergütung gesetzlich verankert werden soll.

Bei der DGB-Jugend stößt dies auf Gegenliebe: Gerade hat der DGB-Bundesjugendausschuss die Forderung nach einer Mindestausbildungsvergütung beschlossen. Und die Gewerkschaftsjugendlichen werden in jedem Fall dafür sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. Denn außer dass in dem Vertragswerk formuliert wird, dass die Vergütung im Berufsbildungsgesetz festgeschrieben werden soll, steht dort nichts darüber, wie sie umgesetzt wird.

Die Gewerkschaftsjugend hat da sehr viel konkretere Vorstellungen. Ihr geht es darum, auch Auszubildenden ein Einkommen zu sichern, das ihnen ein eigenständiges Leben ermöglicht. Maßgeblich ist grundsätzlich die tarifliche Ausbildungsvergütung: Laut aktueller Rechtsprechung darf sie nicht um mehr als 20 Prozent unterschritten werden. Die DGB-Jugend plädiert deshalb für ein Niveau von 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Vergütungen aller Ausbildungsberufe. Das ergibt mit Stand jetzt – nach Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung – als Mindestausbildungsvergütung im 1. Ausbildungsjahr 635 Euro, im 2. Jahr 696 Euro, im 3. Jahr 768 Euro und im 4. Jahr 796 Euro.

Aktuell gibt es eine Vielzahl von Ausbildungsberufen, in denen die Bezahlung deutlich schlechter ist. Angehende Fleischer_innen etwa erhalten im ersten Jahr 303 Euro, bei Friseur_innen sind es 406 Euro. Auch schulisch-betriebliche Ausbildungen (z. B. Physiotherapeut_in), müssen zwingend erfasst werden.

In der außerbetrieblichen Ausbildung, die auf gesetzlicher Grundlage mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, sowie in schulischer Berufsausbildung gelten die tariflichen Ausbildungsvergütungen bisher nicht. Die Vergütungen liegen in der Regel erheblich niedriger als die tariflichen. Auch sie müssten unter die neue Regelung fallen. Ansonsten gilt: Gute Tarifverträge haben natürlich Vorfahrt.

Jetzt, wo die neue Regierungskoalition steht, wird die DGB-Jugend ihren Forderungen nach besseren Ausbildungs- und Studienbedingungen, nach Umverteilung und Verbesserung der Infrastruktur Nachdruck verleihen.


Infos: http://jugend.dgb.de/planb

(aus der Soli aktuell 3/2018, Autorin: Soli aktuell)