Deutscher Gewerkschaftsbund

BAföG reloaded: Forderungen zum Semesterstart

Zum Start des neuen Semesters fordert die DGB-Jugend dringend Verbesserungen beim Studium.

Frontaler Blick auf das Auditorium eines Hörsaal mit Studierenden

Peiler/photocase.com

BAföG überarbeiten: Die DGB-Jugend wird im Hörsaal aktiv

Wenn das neue Semester startet, werden rund eine halbe Million Studienanfänger_innen an den deutschen Hochschulen erwartet. Aber viele, die einen Studienplatz ergattert haben, stehen vor ganz grundlegenden Problemen.

Vor allem Kinder aus Familien mit geringem Einkommen trifft es hart: Wer fürs Studium in eine andere Stadt ziehen muss, findet derzeit kaum geeigneten Wohnraum. "Wer nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, ist schon zum Studienbeginn benachteiligt", sagt Fabian Schmidt, bei der DGB-Jugend für Hochschulpolitik und Studierendenarbeit zuständig. Wer Anspruch auf BAföG hat, erhält derzeit eine im Höchstförderungssatz von 735 Euro enthaltene Wohnkostenpauschale von gerade mal 250 Euro. In den meisten Studienorten ist das schlichtweg nicht ausreichend.

Aber viele beantragen die Studienförderung auch erst gar nicht, da damit hohe Schulden zum Abschluss des Studiums drohen. "Viele sagen sich, da jobbe ich lieber", sagt Schmidt. Damit verlieren sie oft wertvolle Zeit.

Gerade die wenigen Arbeiterkinder, die an die Hochschule finden – das Schulsystem in Deutschland ist sozial undurchlässig –, scheitern auch beim Einstieg ins Studium – nach kurzen Einführungsveranstaltungen haben sie es oft schwer, sich an einer Universität mit 40.000 Studierenden zurecht zu finden.

Die DGB-Jugend fordert die Bundesregierung dringend auf, das BAföG endlich zu überarbeiten, ein "BAföG reloaded": elternunabhängig, weil dies den Verwaltungsaufwand beim Antrag entscheidend verringern würde, und ohne Nullrunden. In seiner Höhe endlich an die Realitäten angepasst, d. h. an die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten – derzeit 820 Euro monatlich. Außerdem müssen Bund und Länder schleunigst mehr Mittel für den Wohnheimbau bereitstellen und den sozialen Wohnungsbau anschieben.

Wer weder BAföG noch Stipendium in Anspruch nimmt und aufs Jobben angewiesen ist, muss auf jeden Fall seine Rechte kennen. Denn auch Minijobber_innen sind Arbeitnehmer_innen – und haben Anspruch auf Sozialleistungen wie bezahlten Urlaub und Krankengeld.

Rechte kennen und durchsetzen – dabei helfen den Studierenden ihre zuständigen Gewerkschaften. Sie fordern nicht nur, dass sich die Verhältnisse an den überfüllten Hochschulen bessern, indem Bund und Länder entschieden mehr Geld ins Bildungssystem investieren. Sie beraten auch ganz individuell. Schmidt: "Studierende können sich jederzeit an die gewerkschaftlichen Campus Offices vor Ort wenden oder natürlich die Expert_innen der Online-Beratung der DGB-Jugend, 'Students at Work', in Anspruch nehmen."


(Siehe auch "Semesterstart mit der DGB-Jugend")

(Aus der Soli aktuell 10/2018, Autorin: Soli aktuell)