Deutscher Gewerkschaftsbund

LBGT* geht arbeiten: Die "Out of Office"-Studie

"Out im Office!?" Studie 2017: Immer noch erfahren lesbische, schwule und transgender Beschäftigte wegen ihrer sexuellen Identität Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Hände vor buntem Hintergrund

© DGB/nito500/123RF.com

"Out of Office", die Studie: Identität und Arbeitsplatz

Die Zahl der lesbischen und schwulen Beschäftigten, die am Arbeitsplatz offen mit ihrer sexuellen Identität umgehen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Knapp ein Drittel (28,9 Prozent) der Befragten spricht mit Kolleg_innen offen über dieses Thema. Ein Drittel (30,5 Prozent) redet dagegen mit niemandem oder nur mit wenigen Personen am Arbeitsplatz über die eigene sexuelle Identität. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie "Out im Office?!" zur Arbeitssituation von LGBT*-Personen, die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gefördert wurde. 2007 hatten nur 12,7 Prozent der lesbischen und schwulen Beschäftigten über ihre sexuelle Identität gesprochen.

Aber auch wenn die rechtliche Gleichstellung in Deutschland nun mit der Ehe für alle auf einem besseren Wege ist – die alltägliche Diskriminierung ist damit immer noch nicht passé. Immer noch erleben mehr als 75 Prozent der Beschäftigten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Nachteile am Arbeitsplatz:

  • Ein Fünftel (20,6 Prozent) der berichteten Diskriminierungen von LGBT-Beschäftigten ist strafrechtlich relevant.
  • 2,5 Prozent berichten, dass sie wegen ihrer sexuellen Identität eine Versetzung erlebt haben, 3,4 Prozent, dass sie gekündigt wurden. Und 7,9 Prozent berichten, dass sie einen Arbeitsplatz nicht bekommen haben.
  • Jede fünfte Trans*-Person (19,5 Prozent) hat erlebt, dass Namensschilder oder Signaturen nicht angepasst oder Dokumente nicht nachträglich auf den gewünschten Namen geändert (21,6 Prozent) wurden.

"Deshalb brauchen wir vor allem in den Betrieben und Unternehmen ein Diversity Management, das für eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitskultur sorgt und Vielfalt am Arbeitsplatz unterstützt", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. D


Weitere Studienergebnisse gibt es hier: http://tinyurl.com/out-of-office-2017

(aus der Soli aktuell 8-9/2017, Autorin: Soli aktuell)

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