Deutscher Gewerkschaftsbund

PlanB: Du hast die Wahl - Interview mit DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte

"Wir setzen bei der Lebensrealität an": DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte zur Bundestagswahl am 24. September 2017.

Manuela Conte

© Andreas Pleines

DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte

Manuela, was will die DGB-Jugend bei der Bundestagswahl erreichen?
Wir setzten uns für Bildungsgerechtigkeit, Qualität von Bildung und eine offene, vielfältige Gesellschaft ein. Wir wollen kein Experiment mit der Demokratie! Rechtspopulisten sind für uns unwählbar – die sozialen Härten oder der Schimmel an den Wänden in manchen Schulen kommen ja nicht von den Geflüchteten. Grund dafür ist vielmehr, dass die Verantwortlichen in der Politik der Ideologie der "schwarzen Null" verfallen sind. Wir wollen, dass niemand zurückgelassen wird. Neben einer guten Ausbildung gehört dazu auch ein gerechteres BAföG und mehr bezahlbarer Wohnraum. Die Interessen von Auszubildenden, Studierenden und jungen Beschäftigten sollen in den Fokus der Politik geraten. Denn (Aus-)Bildung und Arbeit haben eine große Bedeutung – die Politiker_innen müssen dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Mit einer Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die bei den Auszubildenden ankommt, könnte die Politik einen Anfang machen!

Sind die Politiker_innen Jugendthemen gegenüber aufgeschlossen?
Ich glaube, nach den vielen Gesprächen, die wir mit der Politik hatten, ist bei fast allen eine wichtige Botschaft hängen geblieben: Wir wollen eine Verbesserung der Ausbildungsqualität, auch im BBiG. Das wollen wir im Koalitionsvertrag lesen. Auch daran werden wir die Parteien nach der Wahl messen.

Wie erreicht ihr die junge Generation, damit sie die PlanB-Forderungen kennenlernt?
Ganz klar – durch unsere Aktiven vor Ort. Denn die sprechen in den Betrieben, Dienststellen, Universitäten und Schulen und privat ja nicht nur mit Gewerkschaftsmitgliedern, sondern mit ihren Kolleg_innen und Kommiliton_innen. Unsere Themen sind die Themen der jungen Generation und setzen bei der Lebensrealität an. Das vielfältige Engagement vor Ort transportieren wir auch über soziale Netzwerke in das gesamte Bundesgebiet.

Wie mobilisieren die Gewerkschaftsjugenden zur Wahl?
Wir müssen die Zusammenhänge zwischen betrieblichen Realitäten, gewerkschaftlichen und politischen Handlungsfeldern deutlich machen. Wir streiten für unsere Ausbildungs- und Bildungsbedingungen: im Betrieb, in Dienststellen, auf der Straße – und natürlich auch zur Wahl.

Was ist dein persönlicher Wunsch für den Wahlabend?
Eine hohe Wahlbeteiligung auch und gerade bei der jungen Generation. Und die AfD klar unter fünf Prozent zu sehen! Dass sie kein zweistelliges Ergebnis erzielen wird, scheint momentan zwar realistisch zu sein. Wir müssen aber noch viel dafür tun, damit so vielen Wähler_innen wie möglich klar wird, dass die AfD keine Politik für Arbeitnehmer_innen bietet.


(aus der Soli aktuell 8-9/2017, Autorin: Soli aktuell)

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