Deutscher Gewerkschaftsbund

Moritz Greil, wie war es auf der IG BAU-Bundesjugendkonferenz?

Der IG BAU-Bundesjugendsekretär berichtet von seinem wichtigsten Jugendtreffen.

Moritz Greil

© Sascha Richter

IG BAU-Bundesjugendsekretär Moritz Greil

"Ja, wir wissen, dass es gerade in der heutigen Zeit nicht immer einfach ist, Menschen – vor allem junge Menschen – von der dringenden Notwendigkeit von Gewerkschaften zu überzeugen. Ihr habt es erkannt: Ihr seid Mitglied und obendrein aktiv": Carsten Burckhardt, im IG BAU-Bundesvorstand für die Jugend zuständig, hat die Delegierten, Gastdelegierten und Gäste der 21. Ordentlichen IG BAU-Bundesjugendkonferenz, die vom 21. bis 23. April 2017 in Steinbach stattfand, gelobt.

Zuvor hatte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger das Konferenzwochenende mit einem persönlichen Grußwort eröffnet, das ihm viel Beifall einbrachte: "Gerade junge Auszubildende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Studierende mit geringeren Einkommen, sind besonders von den hohen Mieten und dem fehlenden sozialen Wohnungsbau betroffen."

Die Veranstaltung bestand aber nicht nur aus Grußworten. Handlungsbedarf hatten wir genug, man denke an "Arbeit 4.0" – die größte Marketingkampagne der Arbeitgeber seit Beginn der industriellen Revolution: Alles wird digital, Robots übernehmen die Telefonate, Mobiltelefone sind nicht mehr aus unseren Händen wegzudenken, erste Tests zu vollautomatisierten Baustellen laufen. Alles das rast mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu und wir müssen uns darauf vorbereiten, aufstellen. Da kommen Riesenbrocken auf die Beschäftigten in den Betrieben zu und erfordern Antworten, gerade auch von unseren Auszubildendenvertretungen.

Es gab auch gewerkschaftsinterne Fragen: So kritisierten die Delegierten mit Blick auf den bevorstehenden 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG BAU die mangelnde Möglichkeit an Mitsprache- und Mitbestimmungsrechten in ihrer Gewerkschaft. Deshalb verabschiedeten sie einen Antrag, in dem sie eine Satzungsänderung fordern. Zudem wurde in besonderem Maße ein Antrag für die Neuordnung der Vergabe von öffentlichen Aufträgen diskutiert.

Die 46 Delegierten debattierten ihre Anträge hart, aber auf Augenhöhe. Mit Partizipation und Demokratie wurde es hier ganz praktisch: Um besser diskutieren zu können, änderten sie kurzum die Geschäftsordnung – und erteilten den Gäste Rederecht!


Moritz Greil ist IG BAU-Bundesjugendsekretär.

(aus der Soli aktuell 5/2017, Autor: Moritz Greil)

 

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