Deutscher Gewerkschaftsbund

Definiert das duale Studium: Der DGB fordert Mindeststandards

Hochschule: Der DGB veröffentlicht ein Positionspapier zur Qualitätsverbesserung dualer Studiengänge.

Positionspapier Duales Studium

In einem Positionspapier hat der DGB jetzt zentrale Forderungen zur Qualität des dualen Studiums veröffentlicht. Es gehört zu den am stärksten wachsenden Bereichen im Angebot der deutschen Hochschulen. Unter dem Label firmieren aber vielfach Angebote, in denen es keine vernünftige Verzahnung von Hochschulen und Betrieb, von Theorie und Praxis gibt.

Der DGB meint: Den Begriff 'dual' muss man schützen. Es dürfen nur solche Studienformate 'dual' genannt werden, bei denen akademische und berufliche Bildung auch wirklich integriert werden. Die tatsächliche Situation ist davon noch weit entfernt.

Notwendig ist laut DGB eine eindeutige Definition des Studienformats. Bund und Länder müssen Mindeststandards für die Verzahnung der Lernorte und die Breite und Tiefe der Qualifikationen formulieren. Die Studiengänge dürfen nicht zu sehr auf die Bedürfnisse der Einzelbetriebe zugeschnitten sein. Die mitunter hohe Arbeitsbelastung der Studierenden muss reduziert werden, es braucht klare Standards für ihre vertragliche Absicherung und Vergütung.

Folgende Handlungsfelder nennt der DGB:

  • die oft unzureichende Verzahnung von Hochschule und Arbeitswelt; das häufig unverbundene Nebeneinander von Praxis und Theorie
  • die enge Studienbewerberauswahl durch die Betriebe, die eine soziale Auslese verschärfen kann
  • die hohe Arbeitsbelastung der Studierenden
  • die mitunter hohen finanziellen Belastungen der Studierenden
  • die unzureichende vertragliche Absicherung durch Praktikumsverträge
  • die ungeklärte Frage nach künftigen Karrierewegen.


Fazit: Mit diesem Positionspapier dringen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften auf eine weitreichende Verbesserung der Qualität der dualen Studiengänge. Der gewerkschaftliche Qualitätsanspruch bezieht sich dabei auf die Art und Weise der Lernprozesse an den Lernorten Hochschule und Betrieb sowie zum Teil auch in der Berufsschule.

Zentrales Anliegen ist dabei, duale Studiengänge als eigenständiges Studienformat von anderen zu unterscheiden, um den besonderen Profilanspruch verbindlich zu definieren.


Das Positionspapier gibt es hier: www.dbg.de/-/QOH

(aus der Soli aktuell 3/2017, Autorin: Soli aktuell)

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