Deutscher Gewerkschaftsbund

Gegen Mobbing, gegen Sucht: Die Jugend beim Deutschen Personalräte-Preis 2017

"Deutscher Personalräte-Preis 2017": Die JAV der Stadt Herne gewinnt dieses Jahr den Sonderpreis der DGB-Jugend.

JAV der Stadt Herne: Vier junge Leute

© Simone M. Neumann

Drehen Filme: die JAVis der Stadt Herne mit Isabell Senff (r.) von der ver.di Jugend

Bei der Verleihung des "Deutschen Personalräte-Preises 2017" im Rahmen des am 28. November von DGB-Bildungswerk und DGB veranstalteten Schöneberger Forums - der jährlichen Berliner Fachtagung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst - gingen zwei Sonderauszeichnungen an besonders engagierte Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV).

Für ihre Kampagne gegen Mobbing von Azubis erhielt die JAV der Stadt Herne die Auszeichnung der DGB-Jugend.

Die JAV des Umweltbundesamtes in Dessau wurde mit dem Sonderpreis der HUK-Coburg geehrt. Sie organisiert regelmäßig spezielle Projektwochen für die Auszubildenden zum vielfältigen Thema Sucht.

Für die Gewerkschaftsjugend überreichte die ver.di Jugend-Vorsitzende Isabell Senff die Preise.

JAV-Film gedreht

Jedes Jahr drehen die JAVis der Stadt Herne einen Film, mit dem sie ihre Arbeit darstellen. Dieses Mal schrieben sie ein Script, in dem sie bekannte Mobbingsituationen aufnahmen. Mit Mitarbeiter_innen wurden die ersten Wochen eines Auszubildenden dargestellt, der von einem Kollegen angeschrien, angeschwärzt und zu Dauerkaffeekochen verdonnert wird.

Außerdem will er nicht, dass der Azubi die Veranstaltungen der JAV besucht. Der Azubi kontaktiert schließlich die JAV, mit deren Unterstützung sich alles ändert: Er wechselt in eine andere Abteilung, in der er "aufblüht" und wo er eine ausgezeichnete Bewertung erhält. Der mobbende Kollege hingegen scheidet bald aus der Firma aus.

Sucht-Prävention

Die JAV des Umweltbundesamtes in Dessau veranstaltet regelmäßig Projektwochen zum Thema Sucht für ihre Azubis. Ihre Mitglieder haben ein Konzept für eine Suchtpräventionswoche entwickelt. Die Zusammenarbeit erfolgte über ein gemeinsames Laufwerk, auf dem alle wichtigen To-Do-Listen und Pläne abgespeichert wurden.

Weitere Preise

Der "Deutsche Personalräte-Preis" ist eine Initiative der Fachzeitschrift "Der Personalrat" und würdigt vorbildliche Personalratsarbeit in Deutschland. In diesem Jahr bewarben sich 31 Gremien für die insgesamt fünf Auszeichnungen.

Den Hauptpreis in Gold gewann der Personalrat des Klinikums Augsburg. Die Interessenvertretung wehrte sich gegen die geplante Gründung von Service-Gesellschaften und die damit verbundene Auslagerung von 800 Arbeitsplätzen.

Den zweiten Platz belegte der Hauptpersonalrat für Lehrer_innen an Förderschulen und Schulen für Kranke am Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen. Das Gremium regelte mit einer weitreichenden Dienstvereinbarung die Nutzung der neuen IT-Plattform.

Mit Bronze zeichnete die Jury den Gesamtpersonalrat der AOK Plus für Sachsen und Thüringen für sein Projekt zu den Folgen der Digitalisierung für die Mitarbeiter_innen aus.


Der "Deutsche Personalräte-Preis" wird auch in 2018 wieder ausgelobt. Informationen gibt es auf www.deutscherpersonalraete-preis.de

(aus der Soli aktuell 11-12/2017, Autorin Soli aktuell)

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