Deutscher Gewerkschaftsbund

Integration, Arbeit und Ausbildung: Geflüchtete in Deutschland

Achtung, Prekarität: Der DGB gibt einen Überblick zum aktuellen Stand der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und zeigt, wo nachgebessert werden muss.

Geflüchtete und Arbeit

© BA

Geflüchtete: Für eine nachhaltige Integration ist es wichtig, mehr Arbeit in regulären Beschäftigungsverhältnissen zu schaffen. Dies kann nur realisiert werden, wenn in Aus- und Weiterbildung investiert wird

Der DGB hat in einer aktuellen Studie ausgewertet, wie die Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt zurechtkommen: Knapp 500.000 Geflüchtete im erwerbsfähigen Alter haben einen Aufenthaltstitel und damit unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt mit Anspruch auf Grundsicherung nach SGB II (Geduldete haben diesen Anspruch nicht). 179.000 sind arbeitslos gemeldet, die Übrigen befinden sich in Maßnahmen wie Berufsvorbereitung, Sprachkurs oder stehen dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung.

Seit März 2016 haben 37.500 Geflüchtete eine Arbeit im ersten Arbeitsmarkt gefunden, 30.900 davon in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. 6.900 Geflüchtete sind über Leiharbeit eingestiegen. Sie arbeiten im Gastgewerbe, im Handel oder in Kfz-Reparaturbetrieben.

Die meisten arbeitslosen Geflüchteten sind jung und gering qualifiziert. Über zwei Drittel sind Männer; über die Hälfte sind unter 35 Jahre alt – 22 Prozent sogar unter 25 Jahre. Entsprechend suchen sie vorwiegend in solchen Branchen, in denen Helfer gebraucht werden: Reinigung, Logistik und Küchen.

Auch wenn es zunächst positiv sei, folgern die DGB-Autor_innen, dass Geflüchtete eine sozialpflichtige Arbeit fänden, sei die Entwicklung hin zur prekären Beschäftigung oder in Tätigkeitsbereiche mit geringen Qualifikationen gefährlich: Im Trend liege die Gründung von Leiharbeitsarbeitsfirmen, die sich ausschließlich auf Geflüchtete konzentrieren.

Betriebe nutzten den Umstand, dass Geflüchtete schnell und unbürokratisch Arbeit wollen, ohne sich um die umfangreiche Verwaltung mit Ämtern und Behörden kümmern zu müssen: "Finden Geflüchtete verstärkt in Leiharbeit eine Beschäftigung, birgt dies die Gefahr, dass sie nicht aus prekären Beschäftigungen herauskommen werden."

Für eine nachhaltige Integration sei es wichtig, mehr Arbeit in regulären Beschäftigungsverhältnissen zu schaffen. Dies könne nur realisiert werden, wenn in Aus- und Weiterbildung investiert werde.


www.dgb.de/-/n7M


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Welcome Solidarity
Informationen für junge Geflüchtete zu Schulabschlüssen und zur Ausbildung in verschiedenen Sprachen bietet die Online-Plattform "Welcome Solidarity" der DGB-Jugend. Siehe auch unsere Resolution "#Refugeeswelcome".


http://jugend.dgb.de/refugees, http://jugend.dgb.de/-/pkm

(aus der Soli aktuell 11-12/2017, Autorin: Soli aktuell)

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