Deutscher Gewerkschaftsbund

Erinnerung muss leben - Gedenken bei der DGB-Jugend Bayern

DGB-Jugend Bayern: Traditionelle Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus in Dachau und Flossenbürg.

Erinnerung muss leben - Plakat

© DGB-Jugend Bayern

Novemberprogrome: Traditionelles Gedenken in Bayern

Erinnern in Bayern: Am 5. November 2017 erinnerte die DGB-Jugend Bayern in der KZ-Gedenkstätte Dachau zum 65. Mal mit einer Feier an die Opfer des Nationalsozialismus. Mit dem Motto "Erinnerung muss leben" unterstrich die Gewerkschaftsjugend die Bedeutung von Erinnerungsarbeit für die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft in der heutigen Gesellschaft.

Hauptredner in diesem Jahr war Jürgen Wechsler, der Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Wechsler betonte in seiner Rede die Bedeutung der Erinnerungskultur: "Die Schicksale von über sechs Millionen jüdischen Opfern des Holocaust verpflichten uns dazu, auch folgenden Generationen den Blick zu schärfen. Nicht gedenken, nicht erinnern – heißt vergessen. Schlimmer noch: Es bedeutet, gleichgültig zu sein gegenüber dem, was geschehen ist."

Das Erinnern daran müsse aber helfen, die richtige Sprache zu finden, wenn alte und neue Nazis aktuelle Entwicklungen dazu nutzten, ihr menschenverachtendes Gedankengut wieder hoffähig zu machen.

Wechsler rief alle demokratischen Kräfte zum Engagement gegenden Rechtsruck in Deutschland auf: "Der Einzug der AfD in den Bundestag und zuvor in viele Landesparlamente zeigt, dass es der extremen Rechten gelungen ist, wieder Fuß in unserer Gesellschaft zu fassen. Dagegen braucht es antifaschistisches Engagement, an dem sich alle Parteien des demokratischen Spektrums, von der Linkspartei bis hin zur CSU, beteiligen."

Auch Carlo Kroiß, der Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend Bayern, ging auf die Bedeutung des Gedenkens ein: "Wir wollen erinnern, damit die Schrecken der NS-Zeit niemals in Vergessenheit geraten und die Opfer und ihre Namen weiterhin präsent bleiben."

Aktuelle Entwicklungen bereiteten der Gewerkschaftsjugend dabei große Sorgen. Geschichtsrevisionistische Äußerungen von AfD-Politi­ker_in­nen zeigten die manifeste Gefahr, die von dieser Partei ausgeht, so Kroiß: "Aus unserer Sicht bedeutet dies, dass wir in eine neue Phase des Streits um die Deutung der Geschichte eintreten. Und allen Versuchen entgegentreten müssen, deutsche Schuld zu relativieren oder die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus an den Rand zu drängen."

Auf dem Weg vom ehemaligen Appellplatz zum Krematorium stellten Ehrenamtliche der Gewerkschaftsjugend flankierend eigens recherchierte Biografien von Opfern des Nationalsozialismus vor.

Seit 1952 erinnert die DGB-Jugend Bayern jährlich in der Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Dachau an die Opfer des Nationalsozialismus.

Ebenfalls gedachte die DGB-Jugend Bayern am 9. November in Flossenbürg an die Novemberpogrome 1938. 160 Schüler_innen aus Neumarkt, Schwandorf, Regenstauf, Münchberg und aus Tschechien füllten die Gedenkfeier durch ihre Beiträge mit Leben.


(aus der Soli aktuell 11-12/2017, Autorin: Soli aktuell)

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