Deutscher Gewerkschaftsbund

Interessenvertretung vor Ort: Die DGB-Jugend NRW in Armenien

Internationales Engagement: Die DGB-Jugend Nordrhein-Westfalen unterstützt die gewerkschaftliche Jugendarbeit in Armenien.

Junge Menschen in Armenien

Die Mitglieder der Delegation der DGB-Jugend mit ihren armenischen Kolleg_innen

Junge Gewerkschafter_innen fahren in den Kaukasus: Eine fünfköpfige DGB-Jugend-Delegation aus NRW – DGB-Bezirksjugendsekretär Eric Schley, Patricia Weber und Leonie Koch (beide IG BCE), Ali Senpinar (IG Metall) und DGB-Jugendbildungsreferent Felix Eggersglüß – ist auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zum einwöchigen Austauschprogramm nach Armenien gereist.

Das kleine Land mit rund drei Millionen Einwohner_innen ist mit vielfältigen Problemen konfrontiert: Ein brüchiger Waffenstillstand mit Aserbaidschan, dauerhaft geschlossene Grenzen zur Türkei, ca. 18 Prozent Arbeitslosigkeit und junge Gutqualifizierte, die ins Ausland gehen.

Schaut man sich die Situation der armenischen Gewerkschaften und ihrer Jugend an, lassen sich Schwächen, aber auch große Potenziale ausmachen. Die FES in Armenien setzt deshalb einen Schwerpunkt auf die gewerkschaftliche Entwicklung vor Ort: "Mit unseren Projekten wollen wir dazu anregen, die gewerkschaftlichen Strukturen auszubauen und zu modernisieren. Dabei kommt es auf eine bessere Interessenvertretung, Wissenstransfer und die Ausbildung des gewerkschaftlichen Nachwuchses an. Wir sind froh über die Möglichkeit zum Austausch mit der DGB-Jugend", sagt Liana Badalyan, die als FES-Projektleiterin in Armenien arbeitet.

Die Gewerkschaften, die sich 1992 im Armenischen Gewerkschaftsbund CTUA neu gründeten, haben aktuell ca. 190.000 Mitglieder. 20 Branchengewerkschaften versammeln sich im Dachverband. Ähnlich wie im DGB verstehen sich die armenischen Gewerkschaften heute als Einheitsgewerkschaften, die parteipolitisch unabhängig sind und eine Vertretung für alle Arbeitnehmer_innen sein wollen.

Mitgliedsbeiträge, Etats und Streikkassen: All dies wird in den betrieblichen Gewerkschaftseinheiten selbst verwaltet und anteilig nach oben weitergegeben. Die armenischen Organisationen befinden sich heute im Umbruch; sie modernisieren teilweise ihre Beschäftigtenvertretung und den Kampf für gute Arbeitsbedingungen. Die DGB-Jugend-Delegation traf die jungen armenischen Kolleg_innen zum Tagesseminar. Auf dem Plan: Organizing/Mitgliedergewinnung, Campaigning/Kampagnenorganisation und Kampf gegen die Austeritätspolitik in der öffentlichen Verwaltung.

"Uns war es besonders wichtig, unsere Kolleginnen und Kollegen bei ihren Herausforderungen zu unterstützen", sagt Eric Schley. Offensichtlich mit großem Gewinn für beide Seiten: Denn für das Jahr 2018 sind bereits weitere Projekte und Reisen in Planung, die die Partnerschaft vertiefen sollen.


(aus der Soli aktuell 10/2017, Autorin: Soli aktuell)

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