Deutscher Gewerkschaftsbund

Änderungen 2017 - Damit habt ihr zu rechnen

Wie gewohnt haben wir auch diesmal wieder für euch die relevanten Änderungen fürs neue Jahr zusammengefasst. Und los geht’s! Von Andrea Kirschtowski

Sparschwein mit Euro-Scheinen

© DGB Jugend/A. Frömmel

Sozialversicherung Der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8 Prozent für über 23-jährige Kinderlose. Für studentisch Pflichtversicherte beträgt der Beitragssatz seit dem Wintersemester 2016/17 15,25 Euro bzw. 16,87 Euro für über 23-jährige Kinderlose.

Steuern
Der Steuergrundfreibetrag steigt 2017 auf 8.820 Euro und soll 2018 um 180 Euro auf 9.000 Euro erhöht werden. Der Kinderfreibetrag wird 2017 um 108 Euro auf 4.716 Euro angehoben werden. Zudem sollen im kommenden Jahr für alle Steuersätze die Einkommensgrenzen um 0,7 Prozent steigen (2018 voraussichtlich um weitere 1,5 Prozent).

Kindergeld und Kinderzuschlag
Das Kindergeld wird 2017 um 2 Euro monatlich je Kind angehoben werden. Damit steigt das Kindergeld für das erste und zweite Kind auf 192 Euro, für das dritte Kind auf 198 Euro und für das vierte sowie jedes weitere Kind auf 223 Euro. Der Kinderzuschlag wird zum 1. Januar 2017 um monatlich 10 Euro auf 170 Euro je Kind erhöht.

Mindestlohn
Die Lohnuntergrenze steigt Anfang 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Für Minijobber_innen, die den Mindestlohn beziehen, liegt die monatliche Arbeitszeit damit bei maximal 50,9 Stunden.

ALG II
Die ALG II-Regelsätze werden erhöht, sodass zukünftig ein Regelbedarfsanspruch auf 409 Euro im Monat für Alleinstehende/Alleinerziehende besteht. In Bedarfsgemeinschaften erhöht sich der Satz auf 368 Euro pro Partner_in, die Sozialgeldsätze für Kinder zwischen 6 und 13 Jahre steigen um 21 Euro auf 291 Euro im Monat, die für Jugendliche bis 18 Jahre auf 311 Euro. Die Sätze für Kinder bis 6 Jahre bleiben bei 237 Euro im Monat. Besonders spannend für Student_innen: BAföG-berechtigte Studis, die bei ihren Eltern wohnen, können jetzt ergänzend reguläres ALG II beziehen. Dies schließt auch die durchs BAföG nicht abgedeckte anteilige Miete mit ein.

Ganz wichtig: Trinkgeld, das ALG II-Bezieher_innen/-Aufstocker_innen für erledigte Arbeit bekommen, darf nicht auf die Leistungen nach SGB II angerechnet werden. Trinkgeld ist kein Einkommen, sondern eine freiwillige Zuwendung. Dies könnte insbesondere für in der Gastronomie tätige Student_innen relevant sein, die sich im Urlaubssemester/Teilzeitstudium befinden und daher reguläre ALG II-Leistungen beziehen. Aber auch für die, die Sozialgeld für ihre Kinder und/oder Mehrbedarfe nach § 27 SGB II bekommen.

Wer ALG II/Sozialgeld bezieht, muss ab Juli 2017 nur noch alle 12 Monate einen Antrag auf Weiterbewilligung stellen. Außerdem ist eine Bagatellgrenze geplant, wonach vom Jobcenter zu viel erbrachte Beträge bis 50 Euro nicht mehr zurückgefordert werden sollen.


(aus der Soli aktuell 1/2017, Autorin: Andrea Kirschtowski)

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