Deutscher Gewerkschaftsbund

Plan B für Auszubildende: Serie "Unsere Forderungen zur Bundestagswahl" I

Serie "Unsere Forderungen zur Bundestagswahl" – Teil 1: Wir wollen Ausbildung besser machen.

Ausbildung besser machen

© Jürgen Kiontke

Die Gewerkschaftsjugend beobachtet seit Jahren die schwierige Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt: Arbeitgeber klagen über unbesetzte Plätze und jammern über den Fachkräftemangel. Gleichzeitig bleibt ein deutlich höherer Anteil junger Menschen, die gerne eine Ausbildung beginnen würden, ohne Ausbildungsplatz zurück.

Politik und Wirtschaft rechnen sich die Jugendarbeitslosigkeit schön, indem sie alle Jugendlichen, die in Warteschleifen hängen, nicht als ausbildungsplatzsuchend mitzählt. Dabei hat das sogenannte Übergangssystem weder System noch schafft es tatsächlich einen Übergang zwischen Schule und Beruf. Da auch Selbstverpflichtungen wie die Allianz für Aus- und Weiterbildung nicht den versprochenen Erfolg gebracht haben, fordern wir für alle Ausbildungsinteressierten einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz. Diese Ausbildungsgarantie braucht eine stabile Finanzierung.

Darüber hinaus drängt die DGB-Jugend auf die Einführung einer solidarischen Umlagefinanzierung als zentrales Element zur Förderung der Ausbildungsbeteiligung der Betriebe und für eine gerechte Finanzierung der Ausbildung. Sie soll so ausgestaltet sein, dass alle Betriebe zwei Prozent ihrer Bruttolohnsumme in eine gemeinsame Kasse einzahlen.

Wer nicht oder zu wenig ausbildet, unterstützt andere Betriebe bei ihrer Ausbildung. Nur dort, wo das regionale betriebliche Angebot nicht für alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen ausreicht, müssen außerbetriebliche Ausbildungsplätze von staatlicher Seite angeboten werden. Wo diese außerbetriebliche Ausbildung eingesetzt wird, sind eine strenge inhaltliche Ausrichtung an der dualen Berufsausbildung und die Einhaltung einer Reihe von qualitativen Bedingungen erforderlich.

Die Qualität der Ausbildung ist ein zentraler Baustein für das weitere Arbeitsleben von jungen Menschen. Die Politik muss hier die bestehenden Regelungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verbessern und an die Ausbildungssituation im 21. Jahrhundert anpassen. Gefordert wird:

  • dass das BBiG für alle Praxisphasen dualer Studiengänge gelten muss
  • eine Ausbildungsgarantie ins BBiG aufzunehmen
  • eine Lehr- und Lernmittelfreiheit einzuführen
  • das Thema der Ausbildungsqualität verbindlich in den Berufsausbildungsausschüssen zu verankern
  • die persönliche Eignung des Ausbildungspersonals zu konkretisieren
  • den Ausbildungsplan verpflichtend mit dem Ausbildungsvertrag auszuhändigen
  • die Mitbestimmungsmöglichkeiten für Interessenvertretungen auszubauen
  • die Qualität der Berufsschulen und die Rahmenbedingungen des Berufsschulunterrichts zu verbessern
  • die 3- bis 3½-jährigen Ausbildungsberufe zu stärken
  • die Übernahme oder Nicht-Übernahme drei Monate vor Beendigung der Ausbildung verpflichtend anzukündigen.

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Bundestagswahl 2017
In Zeiten zunehmender Polarisierung kündigt sich dieses Jahr ein spannender Bundestagswahlkampf an. Die Gewerkschaftsjugend hat in ihren Gremien Forderungen an die Politik aufgestellt. Denn in den anstehenden Auseinandersetzungen müssen die Interessen der jungen Generation in den Blick genommen werden. "Wir erwarten von den Politikern, dass sie sich derLebensrealitäten und Probleme von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen", sagt DGB--Jugend-Referentin Julia Böhnke.


(aus der Soli aktuell 1/2017, Autorin: Soli aktuell)

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