Deutscher Gewerkschaftsbund

Sozial handlungsfähig sein: Die Sommerakademie der DGB-Jugend

Zum zweiten Mal veranstaltet die DGB-Jugend eine Sommerakademie. Vom 19. bis 21. August 2016 werden die Delegierten der Gewerkschaftsjugend in Hattingen zu aktuellen Themen diskutieren und sich positionieren. Tina Malguth ist Mitorganisatorin des Treffens.

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© Simone M. Neumann

DGB-Jugend-Referentin Tina Malguth

Das Thema der Sommerakademie ist Gewerkschaft und Staat. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Es gibt da sehr viele Zusammenhänge: Gewerkschaften setzen sich für einen handlungsfähigen Staat für alle ein. Darunter verstehen wir unter anderem, dass der Staat öffentliche Dienstleistungen in hoher Qualität und in ausreichendem Umfang zur Verfügung stellen soll. Ein anderes großes Thema ist in dem Zusammenhang die Umverteilung in Deutschland: Die Gewerkschaften setzen sich für soziale Gerechtigkeit ein. Es geht im Verhältnis zum Staat um unser Demokratieverständnis – Gewerkschaften stehen für demokratische Grundwerte. Aktive Mitbestimmung und Interessenvertretung sind unsere Kernthemen. Es gibt viele Beschäftigte, die für den Staat arbeiten. Auch gibt es Arbeitsbereiche, in denen die Produktion und Neuentwicklungen auf Grundlage bestimmter politischer Entscheidungen ausgerichtet werden. Somit hat auch die Gewerkschaftsjugend auf ihrer Bundesjugendkonferenz 2013 beschlossen, sich genau mit dieser Thematik zu befassen.

Welche Schwerpunkte gibt es?
Zunächst einmal das Thema Handlungsfähiger Staat und Integration von Geflüchteten, mit Workshops zur Rolle des öffentlichen Dienstes, zum Verhältnis von Nationalstaaten und Europa, zu den Positionen der Gewerkschaften in diesem Feld. Ein weiterer Punkt ist die Sicherheitspolitik. Dabei wird es um das Verhältnis der Gewerkschaften zu den Sicherheitsorganen gehen sowie um Arbeitnehmer_innen im Spannungsfeld (z. B. in der Rüstungsproduktion, bei der Polizei etc.). Drittens geht es um Partizipation, Demokratie und Verteilung – mit Workshops zu Streikrecht und Mitbestimmung, Möglichkeiten der Interessendurchsetzung und Verteilungsgerechtigkeit als Grundlage unseres Handelns.

Wer nimmt teil?
Aktive aus der Gewerkschaftsjugend. Nach einem Delegiertenschlüssel werden die Teilnehmer_innen direkt über die Mitgliedsgewerkschaften und die DGB-Jugend Bezirke benannt – insgesamt 50 Leute.

Welche Referent_innen sind dabei?
Expert_innen aus den Mitgliedsgewerkschaften, aus der Wissenschaft und aus dem Staatsapparat. Als Einstieg wird uns Karsten Rudolph von der Ruhr-Universität Bochum einen Input zum Thema Staatsmodelle, handlungsfähiger Staat und Gewerkschaften geben. Wir werden eine sehr spannende Podiumsdiskussion haben: Dafür hat uns bereits der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, die Präsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, Carina Gödecke, und Carsten Breuer, ein Brigadegeneral der Bundeswehr, zugesagt. An der Stelle werden wir die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, die zu dem Thema wichtig sind, um am Ende eine gemeinsame Positionierung zu finden.

Was macht ihr mit den Ergebnissen?
Wir werden die Diskussionen der Sommerakademie zusammenfassen und dann ein Positionspapier der Gewerkschaftsjugend formulieren, das wir im Bundesjugendausschuss beschließen werden. Dies soll dann zur Grundlage unserer Aktivitäten im Bundestagswahlkampf 2017 werden.


Tina Malguth ist Referentin der DGB-Jugend.

(aus der Soli aktuell 7/2016: Autorin: Soli aktuell)

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