Deutscher Gewerkschaftsbund

Einheitliche Standards sind gefragt: Die BBiG-Reform

BBiG-Reform – die Kampagne der DGB-Jugend: Betrieb und Ausbilder_innen müssen geeignet sein. Von André Schönewolf

André Schönewolf

© Privat

Um die notwendigen qualitativen Voraussetzungen im Ausbildungsbetrieb zu gewährleisten, fordert die Gewerkschaftsjugend eine deutlichere Formulierung in § 27 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die die fachliche Ausstattung und zeitgemäße Ausbildungsmaterialien in der Ausbildungsstätte sicherstellt. Die Gewerkschaftsjugend regt dazu an, die entsprechenden Empfehlungen des Hauptausschusses des BIBB zu einer Ausbildungsstätten-Verordnung zusammenzufügen und damit die Eignung von Ausbildungsbetrieben besser und rechtsbewährter überwachen und auch steuern zu können.

Innerhalb des Betriebs nehmen die Ausbilder_innen in Bezug auf die Ausbildungsqualität eine ganz besondere Rolle ein, tragen viel Verantwortung. Sie sollen Lernen ermöglichen statt zu belehren. Sie sollen weitgehend auf instruierende oder einführende Belehrungen verzichten und stattdessen die Möglichkeiten zeigen, an Informationen zu kommen und Lösungshilfen zu beschaffen.

Ausbilder_innen sind die zentralen Ansprechpartner_innen für die Auszubildenden im Betrieb. Sie sollen jederzeit für Rückfragen zur Verfügung stehen und Hilfestellungen geben, die sich auf den Arbeitsprozess, seine Inhalte sowie sein Umfeld beziehen. Die Rolle der Ausbilder_innen hat sich in den vergangenen Jahren aber in einem Ausmaß verändert, das eine genauere Definition in § 29 BBiG notwendig macht. Hier ist die persönliche Eignung des Ausbildungspersonals geregelt.

Wir fordern:

  • die Einhaltung einheitlicher berufspädagogischer Standards für die Ausbildung der Ausbilder_innen
  • die verbindliche Voraussetzung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) für die Ausbilder_innendie Aktualisierung und Modernisierung der AEVO, z. B. durch eine Konkretisierung
  • der persönlichen Eignung (methodisch-didaktische und jugendpsychologische Kompetenzen) eine inklusive Freistellung für die Ausbilder_innen
  • einen Betreuungsschlüssel von 1:8.



André Schönewolf ist der Ausbildungsexperte der DGB-Jugend.


(aus der Soli aktuell 2/2016, Autor: André Schönewolf)

BBiG: Wir machen Ausbildung besser
Die DGB-Jugend kämpft für eine grundlegende Verbesserung der dualen Ausbildung. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist das zentrale Gesetz für die berufliche duale Ausbildung in Deutschland. Und es ist veraltet: Es gibt deshalb noch immer kein Recht auf Ausbildung, die Finanzierung bleibt ungeklärt, die Weiterbildung ist ein ziemlich weißer Fleck des Rechtssystems.

Die Zusammenarbeit von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb – die Lernortkooperation – wurde nicht verbessert und die Fortentwicklung der Mitbestimmungsstrukturen bisher überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Auch wenn es einige Verbesserungen gab, waren die Veränderungen überschaubar und die größeren Herausforderungen blieben unangetastet.

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