Deutscher Gewerkschaftsbund

Studie des DGB zu Ausbildungsplatzmärchen

In Deutschland gibt es keinen Mangel an geeigneten Bewerber_innen für die Ausbildung, sagt der DGB.

Junge Frau in der Ausbildung Autowerkstatt

© Colourbox.de

Nicht die Bewerber_innen sind mangelhaft, es ist die Ausbildungsplatzqualität, sagt der DGB

Unternehmen wollen nicht ausbilden
Seit Jahren klagt die Wirtschaft darüber, dass sie Ausbildungsplätze nicht besetzen kann. Schuld sei unter anderem der Trend zum Studium. Das wird jedoch vom Nationalen Bildungsbericht widerlegt: Er kommt zu dem Schluss, dass die Betriebe nicht genug ausbilden – und das traditionelle Potenzial der Jugendlichen nur unzureichend ausschöpfen. Rund 270.000 Jugendliche stecken in zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule zur Ausbildung fest, die meisten von ihnen haben einen Haupt- oder Realschulabschluss.

Millionen ohne Berufsabschluss
Obwohl die Lage auf dem Ausbildungsmarkt angeblich so entspannt ist, bleibt der Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss konstant hoch. Laut Statistischem Bundesamt haben 1,2 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss. Wenn es tatsächlich einen Bewerbermangel geben würde, müsste die Zahl der Ausbildungslosen deutlich niedriger ausfallen.

Doch wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Einschätzungen? Das hat der DGB in einer Kurzstudie untersucht und sich dabei auf offizielle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gestützt. Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Die These, dass es in Deutschland mehr offene Ausbildungsplätze als Bewerber_innen gibt, ist schlicht falsch.

"Die Politik muss jetzt handeln und die Ausbildungsqualität durch ein modernes Berufsbildungsgesetz entscheidend verbessern", sagt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller.


DGB: Keine geeigneten Bewerber? – Wie die öffentliche Ausbildungsstatistik die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verschleiert. Download: www.dgb.de/-/hMI

(aus der Soli aktuell 12/2016, Autorin: Soli aktuell)

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