Deutscher Gewerkschaftsbund

Weihnachtsgrüße an die Politik: Die DGB-Jugend formuliert ihre Forderungen für 2017

Die DGB-Jugend formuliert ihre Themen zur Bundestagswahl 2017.

Abteilung Jugend

© DGB-Jugend

Die Abteilung Jugend und Jugendpolitik beim DGB-Bundesvorstand sagt: Frohes Fest, Politik. Im Wahlkampf musst du mit uns rechnen!

In Zeiten zunehmender Polarisierung kündigt sich für das Jahr 2017 ein spannender Bundestagswahlkampf an. Die Gewerkschaftsjugend hat nun in ihren Gremien das passende Weihnachtspäckchen für die Politik geschnürt: Denn in der anstehenden politischen Debatte müssen die Interessen der jungen Generation in den Blick genommen werden. "Und wir erwarten von den Politiker_innen, dass sie sich den Lebensrealitäten und Problemen von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen", unterstreicht DGB-Jugend-Referentin Julia Böhnke.

Die DGB-Jugend sagt: Wir brauchen dringend grundlegende Verbesserungen bei der Ausbildungsqualität, den Arbeitszeiten, der Bildung und der sozialen Gerechtigkeit. Denn seit Jahren gibt es Probleme mit der dualen Ausbildung. Die Betriebe klagen über nicht besetzte Ausbildungsplätze, andererseits finden junge Menschen keine Ausbildung. Mit der Qualität und mit der Arbeitszeit liegt vieles im Argen – und Politik und Wirtschaft rechnen sich obendrein die Jugendarbeitslosigkeit schön. Die DGB-Jugend fordert: Die Politik muss endlich die bestehenden Regelungen im Berufsbildungsgesetz verbessern.

Auch bei der Bildung sieht man jede Menge Baustellen: Das BAföG droht seine Rolle als wichtigste Säule der Studienfinanzierung zu verlieren. Nur noch 18,7 Prozent aller Studierenden erhalten heute überhaupt noch BAföG. 98 Prozent der BAföG-Empfänger_innen stocken die Förderung auf. Ob jemand studiert, hängt somit erheblich vom Geldbeutel der Eltern ab.

Und auch dies ist eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit: Die Infrastruktur wird seit Jahren kaputtgespart. Damit muss Schluss sein: Die junge Generation braucht einen handlungsfähigen und gut finanzierten Staat, der die öffentliche Daseinsvorsorge gewährleistet und über die Ressourcen verfügt, auch langfristige gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.

Um sich Gehör zu verschaffen, wird die DGB-Jugend mit vielfältigen Aktionen in Erscheinung treten, in den sozialen Netzwerken aktiv sein. Wie zu jeder Bundestagswahl werden auch Wahlprüfsteine entwickelt. Dabei wird auch die AfD mit einbezogen. "Wir wollen zeigen, dass die AfD mit ihrem neoliberalen und zum Teil rassistischen Programm den Forderungen und Grundwerten von Gewerkschafter_innen entgegensteht", sagt Böhnke.

Um diese Partei geht es aber nur im Speziellen. Die AfD steht für einen gesellschaftlichen Trend nach rechts, sagt Böhnke: "Solche Tendenzen werden seit jeher von der DGB-Jugend bekämpft, das ist unser konstantes Thema. Wir wenden uns nicht allein gegen die AfD, sondern gegen Rassismus in der Gesellschaft."


(aus der Soli aktuell 12/2016, Autorin: Soli aktuell)

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