Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Überlebenden brauchen unsere Hilfe

Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" unterstützt die hochbetagten NS-Opfer.

"Von diesem Moment an war nichts mehr wie vorher. Wir waren barfuß und nackt. Wir hatten kein Zuhause und keine Zukunft": Das Heimatdorf der Weißrussin Sinaida Petrowna Lewanez wurde von den Nazis samt Bevölkerung eingeäschert.

"Für meine Erinnerungen reichen die schlaflosen Nächte nicht aus": Der Ukrainer Wiktor Sosow wurde verschleppt, seine Familie umgebracht.

Wie diese beiden sind viele andere Opfer des Nationalsozialismus hochbetagt, viele krank oder behindert. Ihre Lebenssituation ist oft prekär und gekennzeichnet durch einen Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe.

Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) unterstützt in Mittel- und Osteuropa sowie in Israel Initiativen, die die Hilfsbereitschaft für Opfer von Zwangsarbeit und anderem Unrecht stärken. Das können ebenso Projekte sein, die NS-Opfern im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, wie auch die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure, die sich für mehr Hilfsbereitschaft und praktische Solidarität mit den Betroffenen engagieren.

Dafür werden Mittel gebraucht. Deshalb hat die EVZ nun eine Kampagne zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2015 gestartet. Unter anderem mit der Motivkampagne "Ich lebe noch".


Infos: Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und ­Zukunft", www.stiftung-evz.de


(aus der Soli aktuell 4/2015, Autorin: Soli aktuell)