Deutscher Gewerkschaftsbund

Dass Auschwitz nie wieder sei

Gedenkkultur: Die Gewerkschaftsjugend und der 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz.

"Nie wieder Krieg" ist keine Floskel
Von Milo Vujovic

Zum 70. Jahrestag wurde im Gewerkschaftshaus in der Münchner Schwanthalerstraße der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahre 1945 gedacht. Eingeladen hatten die bayerischen Vertreter_innen des Bündnisses "Dass Auschwitz nie wieder sei", dem neben der DGB-Jugend Bayern auch die Jusos, die Grüne Jugend, der Bund der Katholischen Jugend und die Evangelische Jugendarbeit angehören. Allen gemein ist, dass sie sich als Jugendverbände der Tradition der antifaschistischen Bildung und Gedenkarbeit verpflichtet fühlen.

Gedenktage bringen einander näher, sie bringen Menschen unabhängig von ihrer weltanschaulichen Ausrichtung zusammen. Diese kommen zu Veranstaltungen und schaffen einen Konsens gegen rechte Hetze und Ausgrenzung. Dies darf als Quintessenz des Zeitzeugengesprächs der Gedenkveranstaltung mit Ernst Grube gesehen werden, Überlebender des KZ Theresienstadt, Antifaschist und langjähriges Mitglied des Vereins der Verfolgten des Naziregimes, VVN-BdA.

"'Nie wieder Krieg!' ist keine Floskel" führte Grube dabei aus. "Erinnerungskultur geschieht an Schulen und Verbänden, wird aber auch durch den Staat geleistet." Allerdings setze diese Erinnerungskultur voraus, dass jenes "Nie wieder" in der Bevölkerung auch mit Auschwitz und Rassismus verbunden werde. Der Rassismus in Deutschland allerdings habe eine Tiefe erreicht, der eine Auseinandersetzung mit ihm dringend nötig mache. "Praktisch passiert, dass Ausländer Angst haben und Asylbewerberheime angezündet werden", so Grube. Das Handwerkzeug für eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus ist vorhanden.

Gedenktage sind solche Werkzeuge. Und sie müssen genutzt werden. Die DGB-Jugend wird dies auch weiterhin tun.

***

Wir haben Verantwortung
Von DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller

Der 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz ist für uns ein Tag des Erinnerns und Gedenkens. Wir haben in einem großen Bündnis von Jugendverbänden an die schrecklichen Verbrechen erinnert. Wir gedenken der vielen Millionen Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Diskriminierung, Vorurteile und Rassismus sind leider noch immer alltäglich. Das zeigen die fremdenfeindlichen Parolen der Pegida-Sympathisanten und die zunehmenden rechtsradikalen Tendenzen in Europa.

Wir, die junge Generation, müssen uns aktiv gegen Rassismus, für Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander einsetzen. Unsere Verantwortung und unser Ziel für die Zukunft kann nur sein, dass Auschwitz nie wieder sei!


Infos zu Pegida hat die DGB-Jugend auf ihrer Homepage bereitgestellt: http://jugend.dgb.de/-/p6s


(aus der Soli aktuell 2/2015)