Deutscher Gewerkschaftsbund

Freiwilliges Praktikum vor und nach dem Studium

Sozialversicherungspflicht

Diese Praktika werden ebenfalls wie normale Arbeitsverhältnisse behandelt. Wenn ein Praktikumsentgelt gezahlt wird, müssen daraus Beiträge in alle Sozialversicherungszweige (Renten- Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) entrichtet werden. Es gelten die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Beschäftigungen und Minijobs sowie die Midijobregeln, siehe unsere Rubrik Beschäftigungsverhältnisse.

Außerdem kann die kostenlose Mitversicherung in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen wegfallen (Einkommensgrenze im Pflichtpraktikum 360 Euro pro Monat im Jahr 2009, siehe rechte Spalte).

Die Unfallversicherung für Arbeitsunfälle und Wegeunfälle muß wie bei normalen Arbeitsverhältnissen über den Arbeitgeber gewährleistet werden.

Arbeitsrecht

Diese Praktika gelten als ganz normale Beschäftigungsverhältnisse. Die Praktikantin hat also Anspruch auf Urlaub und alle anderen allgemeinen Arbeitnehmerrechte. Wenn ein Praktikumsentgelt gezahlt wird, besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit und während des Urlaubs. Die Arbeitnehmerhaftung, also Deine Haftung für Sach- und Personenschäden, die Du im Betrieb verursachst, ist im Praktikum aber stark eingeschränkt - wenn kein Vorsatz vorliegt, kannst Du oft nur schwer in Haftung genommen werden.

Weitere Einkommensgrenzen

Im freiwilligen Praktikum jenseits des Studiums kann ein Kindergeldanspruch bestehen, wenn Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen vermittelt werden, die als Grundlagen für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet sind, und es sich nicht lediglich um ein gering bezahltes Arbeitsverhältnis handelt. Davon geht die Familienkasse dann aus, wenn dem Praktikum ein detaillierter Ausbildungsplan zu Grunde liegt, der darauf zielt, unter fachkundiger Anleitung diese Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.


Wird ein Praktikumsentgelt gezahlt, gilt es unter anderem bei der Einkommensteuer, bei der (Halb-) Waisenrente, beim Wohngeld, beim Kindergeld, beim Bafög und beim ALG II als Einkommen. Beachte also die dort geltenden Einkommensgrenzen.