Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildungsplatzwechsel

Wenn du Probleme mit deinem Ausbildungsbetrieb hast und davon ausgehst, dass sich deine Ausbildungssituation nicht verbessern wird ist vielleicht ein Ausbildungsplatzwechsel die richtige Lösung für dich. Du solltest aber keine überstürzte Entscheidung treffen, sondern in Ruhe darüber nachdenken und dann gegebenenfalls nach etwas Neuem suchen. Wenn du dich für einen Ausbildungsplatzwechsel entscheidest solltest du einige wichtige Punkte beachten:

Bevor du in deinem alten Betrieb kündigst, solltest du einen neuen Ausbildungsplatz gefunden haben, denn dann stehst du bei der Suche nicht so unter Druck und das (noch) bestehende Ausbildungsverhältnis ist für deine Bewerbung auch ein gutes Arbeitszeugnis, da nicht der Eindruck entsteht, dass dir gekündigt wurde. Einen Überblick über offene Ausbildungsstellen findest du am Ende der Seite. Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule.

Wenn du einen neuen Ausbildungsplatz hast – und erst dann! – solltest du versuchen mit deiner/deinem AusbilderIn einen Aufhebungsvertrag machen. Ein Aufhebungsvertrag ist eine vorzeitige Lösung des Ausbildungsverhältnisses im Einverständnis mit deinem/deiner AusbilderIn. Du solltest deinem/deiner AusbilderIn bereits im Vorfeld deine Gründe für den gewünschten Wechsel mitteilen, damit dein Weggang nicht völlig überraschend kommt. Bei einem Aufhebungsvertrag gibt es keine Frist, das heißt du und deinE AusbilderIn könnt euch auf einen beliebigen Zeitpunkt einigen. Falls du noch minderjährig bist, müssen auch deine Eltern den Aufhebungsvertrag unterschreiben. Bevor du den Aufhebungsvertrag unterschreibst, solltest du dir wirklich sicher sein, da er einmal unterschrieben, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Solche Gründe können schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz oder eine mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel sein. Wenn du fristlos kündigst, kannst du sofort gehen, nachdem du deine Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen, sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Als Vorbereitung einer fristlosen Kündigung ist es wichtig für dich Nachweise zu sammeln. Wenn du z.B. wegen ausbildungsfremden Tätigkeiten kündigen möchtest, dann ist dein Berichtsheft mit der Aufzeichnung der ausbildungsfremden Tätigkeiten ein guter Nachweis. Wenn du aufgrund schwerer Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz kündigen möchtest, dann ist ein Dienstplan/Arbeitszeitnachweis für dich wichtig.

Nachdem dein Aufhebungsvertrag oder deine Kündigung durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast dort wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

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