Deutscher Gewerkschaftsbund

Probezeit

Deine Ausbildung beginnt mit der Probezeit. Die Probezeit ist für AusbilderIn und Azubi von großer Bedeutung. Die Ausbildenden sind in dieser Zeit verpflichtet, zu prüfen, ob sich der/die Auszubildende für den Ausbildungsberuf eignet. Als Azubi kannst du in der Probezeit überprüfen, ob du den richtigen Beruf gewählt hast.

Während der Probezeit können beide Vertragsparteien von heute auf morgen und ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis kündigen. Die Kündigung muss aber trotzdem schriftlich sein (§22 Berufsbildungsgesetz). Ein Widerspruch gegen die Kündigung ist nicht möglich und macht auch keinen Sinn, da es ja keinen Grund braucht. Einzige Ausnahme: Wenn du schwanger oder schwerbehindert oder Mitglied der JAV bist, gilt ein besonderer Kündigungsschutz für dich, und du bist auch in der Probezeit geschützt. Auch du kannst während der Probezeit jederzeit kündigen. Falls du also einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hast und die Ausbildung nicht antreten willst, kannst du gleich am ersten Tag kündigen. Fairer ist es allerdings, wenn du es dem Ausbildungsbetrieb schon vor Beginn der Ausbildung mitteilst, dass du die Ausbildung nicht antreten willst. Wenn du in der Probezeit gekündigt wirst, oder selber kündigst, hast du bis zum Zeitpunkt der Kündigung Anspruch auf alle Leistungen erworben, zum Beispiel auf Urlaub, der dir dann ausgezahlt werden muss.

Die Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern (§20 Berufsbildungsgesetz). Viele Standard-Ausbildungsverträge enthalten zudem die Regelung, dass sich die Probezeit automatisch verlängert, wenn mehr als 1/3 der Probezeit ausfällt (zum Beispiel wegen Krankheit des Azubis).

Falls du in deinem Ausbildungsbetrieb vor der Ausbildung bereits ein Praktikum absolviert hast, solltest du mit deinem/deiner AusbilderIn sprechen: Vielleicht könnt ihr die Probezeit auf einen Monat reduzieren, da ihr euch ja schon kennen gelernt habt.

 

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