Deutscher Gewerkschaftsbund

Angst vor meiner Teamleiterin

Halli Hallo,

Also ich probiere es einfach mal ein bisschen meine Situation zu erklären.

Ich befinde mich in der Ausbildung zur Kauffrau für Dialog Marketing im 2 Lehrjahr.
Damals gab es den Vorfall das ich angeblich einen Ventilator geklaut haben soll jedoch konnte man keine Beweise finden (ist ja nicht möglich da ich es nicht war) daher hat sich das ganze für mich erledigt. Jedoch anscheind nicht für meine Teamleiterin.

Nachdem das mit dem Ventilator durch war ist es für mich unerträglich geworden. Sie hat mich aus dem Büro "verbannt" (mein Administrationsplatz war im Büro neben ihr also quasi nur meine Teamleiterin und ich) . Jetzt sitze ich im hintersten Raum und bekomme garnichts mehr mit. Dazu kommt noch das ich nichts anderes mehr mache als zu telefonieren und Gespräche auszuwerten ( vorher hatte ich noch Arbeitszeiten bestätigt und ab und zu mal MA geschult /gecoacht). Wenn ich einen Fehler gemacht habe würde ich ins Büro bestellt und dann gab es erstmal "Anschiss" danach hatte sie es mir richtig erklärt.

Mir ging die Falsch Unterstellung mit den Ventilator sehr nah und hatte darauf hin mir natürlich auch einen Termin beim Physiater geholt (03.09.18) geholt und mich einer MA anvertraut und mein Herz einfach mal ausgeschüttet. Das hat mir dann kurz vor Feierabend das Genik gebrochen. Ich hatte ihr natürlich auch erzählt das ich mich gemobbt fühle und ich daran überlege den Standort zu wechseln. An dem besagten Tag war ich dann noch bis 16:30 Uhr arbeiten. 30 Minuten vor Feierabend hat meine Teamleiterin dann ins Büro bestellt und mich zur Rede gestellt wie ich darauf komme das sie mich mobbt und das dies Verleugnung sei und sie mich anzeigen könnte. Sie ist an sich für mich eine sehr ein schüchterne Person da sie mich permanent anschreit und egal was ich sage ich lüge und sie gibt mir auch nicht die Chance mich zu rechtfertigen. Daraufhin habe ich natürlich alles so hingenommen und nichts mehr zu gesagt. Ich bin dann natürlich in den Feierabend gestartet und danach zum Psychiater, dieser hat mich aufgrund schwerer Depressionen und eines Burn Out Symtoms 2 Wochen krank geschrieben. Diese zwei Wochen gehen jetzt am Montag zu Ende jedoch habe ich am Montag noch einen neuen Termin beim Psychiater um zu sehen ob die Antidepressiva wirken. In der Zeit meiner Krankschreibung bin ich jedoch zur Berufsschule gegangen da ich Ende September meine Zwischenprüfung habe und keinen Stoff verpassen möchte da ich kein 1 Schüler bin. Wir hatten am Donnerstag Sport und in dem Sportunterricht bin ich umgekippt und daraufhin dann zum Arzt. Dieser hat bei mir eine Herzrhythmusstörung festgestellt Punkt.

Jetzt ist meine Befürchtung dass sich mein Körper rächt für den ganzen physischen Druck. Meine Firma an sich hassr Krankschreibungen. Es kam auch schon vor dass andere Azubis trotz Krankschreibung arbeiten mussten oder der Urlaub gestrichen wurde.
Jetzt ist natürlich meine Befürchtung dass sie mich kündigen werden oder verlangen dass ich das erste Lehrjahr von vorne starte. Und das sie mir zusätzlich meinen Urlaub im Oktober streichen werden. (Fiesen ich jedoch wirklich mal brauche und wir auch schon ein Hotel gebucht hatten)

Für mich ist aufgeben der Lehre keine Option da ich dies meiner Teamleiterin nicht gönne und mir selber was beweisen möchte. Jedoch merke ich dass ich eine Auszeit brauche natürlich kein Jahr oder halbes sondern einfach wirklich mal abschalten für kurze Zeit.

Was habe ich zu befürchten was kann mir passieren? Und was habe ich für Möglichkeiten?

A.M: 14.09.2018 18:06:11 |
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  • RE: Angst vor meiner Teamleiterin

    Hallo A.M.

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfe ich dir weiter. Es ist sehr gut, dass du dich um dich kümmerst und auf dich achtgibst. Du hast da alles richtig gemacht. Nun zu den Dingen die du aus deiner Ausbildung berichtest.

    Es ist so, für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan, in dem genau steht, was du wann in deiner Ausbildung lernen sollst (Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne findest du im Netz hier: http:/​/​www.bibb.de/​de/​berufesuche.php). Außerdem muss deinem Ausbildungsvertrag ein grober Ausbildungsplan angefügt werden, in dem der Verlauf deiner Ausbildung in deinem Betrieb aufgezeigt wird. Der Ausbilder darf dir nur Arbeiten auftragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§14 Berufsbildungsgesetz). Leider passiert es relativ häufig, dass Auszubildende mit ausbildungsfremden Tätigkeiten beauftragt werden. Ausbildungsfremde Tätigkeiten (also Arbeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen) sind z. B. regelmäßiges Putzen oder Botengänge. Alle diese Tätigkeiten sind verboten! Übrigens dienen auch unnötige Wiederholungen bereits gelernter Fähigkeiten – so genannte ausbildungsfremde Routinearbeiten – nicht dem Ausbildungszweck! Außerdem kann Ausbildung nur dann stattfinden, wenn am Ausbildungsplatz ein Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragter anwesend ist, der dich ausbildet. Laut § 14 Abs. 1 Nr. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) muss der Ausbildende selbst ausbilden oder einen Ausbilder oder Ausbilderin ausdrücklich damit beauftragen. Der Ausbilder oder die Person, die mit der Ausbildung beauftragt ist, muss dem Azubi Fragen beantworten und ihn in Arbeitsvorgänge einweisen. Er muss seine Arbeitsergebnisse kontrollieren und dafür sorgen, dass der Azubi alle wichtigen Ausbildungsinhalte erlernt. Daraus ergibt sich, dass er eigentlich immer anwesend sein muss. Der Azubi darf also nicht alleine am Ausbildungsplatz sein oder nur in Gesellschaft von anderen Azubis, Praktikanten und Ungelernten, die als Ausbilder nicht geeignet sind.
    Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach §102 Berufsbildungsgesetz mit einem Bußgeld werden!

    Von daher hast du einen Anspruch darauf gut ausgebildet zu werden. Du könntest die Situation und auch wie du dich fühlst nochmal ansprechen. Aber ich kann bei deinen Erfahrungen auch verstehen, wenn du das nicht nochmal möchtest. Sollte es einen Betriebsrat und eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei euch geben kannst du dich auch an sie wenden. Die Aussage „dass du dich gemobbt fühlst“ ist keine Verleugnung, du hast da ja nur ein Gefühl von dir ausgesprochen. Das mit dem Mobbing ist schwierig. Beim Mobbing muss sich um eine zielgerichtete, systematische und längerfristige Schikane/Diskriminierung handeln, die entweder von einer Person oder von einer Personengruppe ausgeht. Wenn mehrere der folgenden Punkte auftreten und das über einen längeren Zeitpunkt, ist das ein Anzeichen für dich, dass du gemobbt wirst:
    • ich höre oft unbegründete Kritik an der Arbeit oder am Privatleben, auch auf meine Nachfrage wird diese nicht genauer begründet.
    • Ich werde ständig unterbrochen und habe keine Möglichkeit mich zu äußern
    • ich werde vor Kollegen lächerlich gemacht und bloßgestellt.
    • ich werde beleidigt.
    • meine Arbeitsleistungen werden angezweifelt.
    • ich erhalte Drohungen, auch Androhung von körperlicher Gewalt.
    • wenn ich den Raum betrete, verstummen regelmäßig die Gespräche der Kollegen. Ich werde wie Luft behandelt
    • meine Arbeit wird sabotiert und behindert. Ich erhalte Aufgaben, die meinen Qualifikationen übersteigen oder sinnlose Aufgaben
    • ich werde sexuell belästigt.
    Aber das Gefühl das es so ist zu formulieren darf man. Das sagt ja noch nichts darüber aus, ob es so ist. Auch wenn, dass was du geschrieben hast heftig klingt.
    Du solltest dir jetzt Zeit für dich nehmen und dich ausruhen und gesund werden. Falls du es nicht mehr in diesem Betrieb aushältst kannst du dir auch einen anderen Ausbildungsbetrieb suchen.
    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


    Ver.di Magdeburg
    Leiterstr. 1
    39104 Magdeburg
    Tel.: 0391/28888-0
    E-Mail: bz.lsa-nord@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 15.09.2018 14:15:30


  • RE: Angst vor meiner Teamleiterin

    Danke für die Antwort.

    Bloß wie habe ich mich zu verhalten? Ist mein Aisbildungsverhältnis gefährdet wenn ich mich krank melde ?

    Und ich habe im Oktober 2 Wochen Urlaub, können sie mir die streichen? Ich habe nichts schriftlich, bei uns läuft das so ab das wir einen Urlaubsplan abgeben und der dann nach Absprache im System eingetragen wird.
    Sie haben halt einer anderen Azubinin den Urlaub aufgrund von Krankheit vorher gestrichen mit der Aussage: "du hattest ja erst Urlaub".
    Wie kann ich mich dann dagegen wehren ? Ich habe mich sehr drauf gefreut da ich und mein Freund weg fahren wollten und ich das wirklich mal gebrauchen kann.

    Und wenn ich jetzt am Dienstag doch wieder hin gehe ( was ich eigentlich wollte um weiteren Ärger zu vermeiden) wie muss ich mich verhalten wenn sie mich kündigen wollen oder ein Gespräch möchte ?

    A.: 16.09.2018 11:43:10


  • RE: Angst vor meiner Teamleiterin

    Hallo A,

    Danke für deine Rückmeldung.

    Es hört sich für mich aus der Ferne so an, als wäre dein Zustand derart schlecht, dass dir die Ausbildung in diesem Betrieb momentan nicht zuzumuten ist. Du gehst heute zum Arzt und der wird dann auch entscheiden, ob du weiterhin krank geschrieben werden musst. Dabei musst du dir keine Sorgen machen, wegen Krankheit gekündigt zu werden.
    Wenn du krank bist, hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (§3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse.

    Wenn du sehr lange krankgeschrieben bist, kann dein Arbeitgeber den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Der überprüft dann die Diagnose deines Arztes.

    Es ist verständlich, dass du wegen den anstehenden Zwischenprüfungen weiterhin zur Berufsschule gehen möchtest. Es ist deshalb wichtig, dass du dir vom Arzt die Erlaubnis holst, zur Berufsschule zu gehen, wenn du nicht zur Arbeit gehst.

    Du schreibst, dass dir für Mitte Oktober Urlaub zugesichert wurde. Leider hast du nichts Schriftliches. Das ist schlecht!
    Denn wenn du deinen Urlaub durchsetzen musst, brauchst du etwas Schriftliches. Ich empfehle dir deshalb, den Urlaub nochmal schriftlich zu beantragen.

    Ansonsten solltest du dir überlegen, den Ausbildungsplatz zu wechseln. Kümmere dich deshalb so bald wie möglich um Bewerbungen. Es sieht für mich nicht so aus, als könntest du dort deine Ausbildung nicht erfolgreich beenden.

    Geplant ist, dass du am Dienstag wieder zur Arbeit gehst. Du kannst dabei ganz selbstbewusst sein, denn so wie du die Situation hier schilderst, gibt es keinen Grund, dich zu kündigen.
    Wenn es ein Gespräch geben sollte, dann solltest du das natürlich auch führen, brauchst dabei aber keine Angst haben. Ansonsten rate ich dir, nichts zu unterschreiben, was du vorher nicht von Profis prüfen hast lassen (Aufhebungsverträge etc.).

    Dr. Azubi wünscht dir viel Glück

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 17.09.2018 12:24:04


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