Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildung + Depressionen

Hallo,

ich arbeite derzeit als Teilzeitaushilfe in dem Betrieb in dem im September meine Ausbildung beginnen soll.
Aufgrund meiner Depressionen + Angststörung hatte ich letztes Jahr die Ausbildung zur Erzieherin abgebrochen. Ich befinde mich in therapeutischer Brhandlung und bekomme seit 1 Woche auch Medikamente gegen Panikattacken, welche bei mir aufgrund der aktuellen Arbeitssituation auftreten.

Durch meine Depressionen bin ich leider sehr anfällig für Krankheiten und war dieses Jahr schon öfter krank. Die letzten 7 Wochen war ich leider wegen einem verletzten Arm arbeitsunfähig geschrieben.

Gestern war mein erster Tag und bei einem Gespräch meinte meine Chefin, dass sie sich nicht sicher sei, ob sie mich noch als Azubine möchte. Sie glaubt zum einen nicht, dass ich es schaffen kann und zum anderen fühlt sie dich verarscht weil der Heilungsprozess so lange dauert. Das ich 2 Wochen auf den Termin beim Orthopäden und 4 Wochen auf die Krankengymnastik warten musste glaubt sie mir ebenfalls nicht.
Zu Beginn meines Ausfalls wegen dem Arm war meine Chefin aufgrund eines Trauerfalls für einige Wochen zu Hause. Mir wurde von anderen Kolleginnen aufgerragen nur die Bürokraftübdr meine Atteste etc zu informieren unddie Chefin zu Hause nicht zu stören. Nun ist meine Chefin sauer, dass ich das so gemacht hsbe und glaubt mir nicht, dass es mir so aufgetragen wurde.

Die ganze Situation belastet mich enorm und der ganze Druck verschlimmert meine Depressionen sehr. Ich kann gar nicht mehr richtig schlafen, esse kaum noch und gant gesund ist der Arm auch noch nicht.

Ich weiss gerade gar nicht wie ich mit dem ganzen umgehen soll und hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

Bettina: 10.07.2018 06:12:19 |
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  • RE: Ausbildung + Depressionen

    Liebe Bettina,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

    Es ist gut, dass du dich um deine Gesundheit kümmerst und auch in therapeutischer Behandlung bist. Das ist ein wichtiger Schritt. Gib dir auch Zeit.
    Erst einmal vorweg: es ist nicht in Ordnung, dass du in deinem Betrieb unter Druck gesetzt wirst und du dir Sorgen um die Reaktionen deiner Chefin machen musst, denn wenn du krank bist, bist du krank! Jeder kann krank werden und es dürfen keine negativen Folgen daraus resultieren. Für die Dauer und den Zeitpunkt kannst du ja nichts. Blöde Kommentare darüber oder versuchte Druckausübung seitens deiner Chefin sind nicht in Ordnung, aber es ist natürlich schwierig das abzustellen. Letztendlich zahlt dein Chef selbst drauf, weil es nachgewiesenermaßen die Fehlzeiten erhöht wenn kranke Mitarbeiter nicht positiv begrüßt werden, wenn sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

    Deine Chefin scheint hier ein wenig misstrauisch zu sein und es kommt mir so vor, dass auch einige Missverständnisse entstanden sind. Wenn du die Möglichkeit hast, dann hole dir doch Nachweise, dass du so lange auf deine Arzttermine warten musstest. So bist du auf der sicheren Seite. Ebenso rate ich dir mit der zuständigen Kollegin zu sprechen, die dir aufgetragen hat nicht auf die Chefin zuzugehen und mit ihr zu sprechen. Auch ist es wichtig, dass du mit deiner Chefin eine Lösung für die Zukunft findest.

    Grundsätzlich gilt für Krankheitszeiten: Wenn du wegen Krankheit nicht in der Lage bist zur Ausbildung zu erscheinen, musst du das deinem Betrieb noch am gleichen Tag vor Arbeitsbeginn mitteilen. Du musst ihm auch mitteilen, wie lange du voraussichtlich arbeitsunfähig sein wirst. Den Grund deiner Erkrankung musst du nicht angeben. An Berufsschulen werden unterschiedliche Regelungen angewendet. Dein Klassenlehrer sagt dir, wie und wann du dich krank zu melden hast. Wenn du davon nichts weißt gilt auch hier: Vor Beginn des Schultages im Sekretariat anrufen und Bescheid sagen. Achtung: Auch wenn du in der Berufsschule fehlst, musst du dich im Betrieb krankmelden!

    Wenn du länger krank bist, musst du deinem Ausbilder ab dem vierten Tag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Dein Ausbilder hat das Recht, die ärztliche Bescheinigung immer schon ab dem ersten Tag zu verlangen. Das kann er dir entweder mündlich mitteilen oder schriftlich mit dir vereinbaren.

    Beim Arzt erhältst du dann zwei Zettel. Einer ist für den Arbeitgeber bestimmt, den zweiten Zettel schickst du an deine Krankenkasse.

    Bei Arbeitsunfähigkeit gilt also der Grundsatz: Dein Ausbilder muss immer wissen, wo du steckst. Also: Vor Arbeitsbeginn anrufen und Atteste frühzeitig abschicken. Falls es am Ausbildungsplatz kriselt und dir deine Arbeitsunfähigkeit zum Vorwurf gemacht wird, kannst du das Attest auch per Einschreiben schicken oder von jemandem persönlich bringen lassen. Dann hast du im Zweifelsfall einen Nachweis über deine fristgerechte Krankmeldung.

    Es kann dir auch helfen, wenn du dich nach weiteren Ausbildungsstellen umhörst und dich bewirbst. So verbesserst du auch deine Verhandlungsposition und gewinnst Sicherheit.
    Wenn du noch weitere Unterstützung brauchst, dann kannst du dich auch an deine zuständige Gewerkschaft wenden.

    Hier ist ein Kontakt für dich:

    Kempten
    Hirnbeinstr. 3
    87435 Kempten
    Tel.: 0831/52188-0
    Fax: 0831/52188-15
    E-Mail: bz.kempten@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Alles Gute für deine Gesundheit und deine Ausbildung.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 10.07.2018 19:15:08


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