Deutscher Gewerkschaftsbund

verspäteter Ausbildungsbeginn und Vergütungserhöhuing

Hallo,

ich mache gerade eine Ausbildung bei einer Kommune. Ich begann meine Ausbildung im gehobenen Dienst. Nach 1 1/2 Jahren bestand ich eine Prüfung nicht, womit das Ausbildungsverhältnis automatisch endete. Mein Arbeitgeber bot mir allerdings sofort eine Ausbildung im mittleren Dienst an und ich nahm das Angebot an. Ich gehe nun mit 2 anderen Azubis meiner Kommune, die schon im Sommer also ein halbes Jahr vorher angefangen hatten, zur Schule und in die gleiche Klasse. Dank meiner Vorkenntnisse aus dem gehobenen Dienst wird mir dies zugetraut. Meine erste Frage ist nun: hätte für diese Verkürzung der Ausbildungszeit nicht ein gemeinsamer Antrag gemäß §7 BBiG gestellt werden müssen?

Jetzt aber zu meiner zweiten und wichtigeren Frage: Da ich ein halbes Jahr später anfing, sagt mein Arbeitgeber, dass mein 2. Ausbildungsjahr und die damit verbundene Vergütungserhöhung auch erst ein halbes Jahr später beginnt als bei den anderen beiden Azubis. Da ich auf dem gleichen Ausbildungsstand bin wie die anderen zwei Azubis, mit denen ich auch zusammen meine Zwischenprüfung hatte und meine Abschlussprüfung haben werde, finde ich das ziemlich ungerecht und kann es deshalb nicht glauben. Ist das so rechtmäßig?

Ich freue mich über eine Antwort und bedanke mich schon im Vorraus.

anonym: 08.08.2017 15:29:59 |
  • RE: verspäteter Ausbildungsbeginn und Vergütungserhöhuing

    Hallo anonym,

    Danke für deine Anfrage im Forum.

    Dein Ausbildungsverhältnis kann aufgrund von Vorbildung verkürzt werden (§7,8 Berufsbildungsgesetz). Die Bundesländer können dabei unterschiedliche Regelungen erlassen. Falls du in demselben Beruf bereits Ausbildungszeit zurückgelegt hast wird dir diese Zeit voll anerkannt. Auch Ausbildungszeiten in einem ähnlichen Beruf können teilweise anerkannt werden und das ist bei dir der Fall. Eine Verkürzung aufgrund von Vorbildung im selben oder in einem ähnlichen Beruf erfolgt in der Regel automatisch durch die zuständige Stelle, trotzdem solltest du darauf achten. Kontrolliere bitte nochmal deinen Ausbildungsvertrag.

    Wenn du verkürzt, kommt es darauf an ob die Ausbildungszeit am Anfang oder am Ende der Ausbildung verkürzt wird. Wenn du nach § 7 Berufsbildungsgesetz deine Ausbildung wegen Anrechnung beruflicher Vorbildung verkürzt hast, so steigst du gleich ins 2. Ausbildungsjahr ein und hast damit auch Anspruch auf die Vergütung des 2. Ausbildungsjahres.
    Bitte kontrolliere nochmal deinen Ausbildungsvertrag und die darin vermerkte anstehende Vergütung.
    Sprich noch einmal mit deinem Chef. Vielleicht ist es kein böser Wille sondern ein Missverständnis. Die meisten Verkürzungen finden am Ende der Ausbildung statt, so dass der Azubi nur 2 oder 2,5 Jahre lernt, und das 3. Ausbildungsjahr dann "überspringt". Den Anspruch auf die höhere Vergütung hat man im Grunde nur, wenn man verkürzt, weil man schon berufsspezifische Erfahrungen gesammelt hat und diese nachweisen kann.
Die zuständige Stelle, die deine Verkürzung ja bewilligt hat, kann deinem Chef evtl. auch erklären, dass du Anspruch auf eine Vergütung des 2. Ausbildungsjahres hast.
    Sollte sich dann immer noch nichts ändern, wende dich an deine Gewerkschaft vor Ort. Die kann dir helfen deine Rechte durchzusetzen. Ein Kontakt in deiner Nähe ist:

    Ver.di Geschäftsstelle Bonn
    Endenicher Straße 127
    53115 Bonn
    Tel.: 0228/9484-0
    E-Mail: bz.nrw-sued@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 10.08.2017 10:53:04


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