Deutscher Gewerkschaftsbund

Versicherungen Ausbildung

Hi!

Ich starte meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement am 01. September 2017.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie das mit den Versicherungen funktioniert, weil meine Eltern in der Schweiz wohnen.
Ich habe gelesen, dass man bis zum 25. Lebensjahr keine Haftpflichtversicherung (oder wars eine andere..?) abschließen muss, da man mit den Eltern mitversichert ist.
Wie mache ich das jetzt? Kann/soll/muss ich einfach eine eigene abschließen oder bin ich mitversichert bei meiner Mutter, obwohl Sie in der Schweiz wohnt? In anderen Punkten wird die Schweiz ja wie ein EU-Mitglied "behandelt" - ist das bei den Versicherungen auch so?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Jasmine

Jasmine: 16.06.2017 14:55:59 |
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  • RE: Versicherungen Ausbildung

    Hallo Jasmine,
    vielen Dank für deine Anfrage an unser Dr. Azubi Forum.

    Puh, ich muss gestehen die Frage ist leider gar nicht so einfach zu beantworten.
    Doch erst mal von vorne: Als Azubi bist du meist noch über deine Eltern haftpflichtversichert, jedoch nur, wenn die Eltern eine private Haftpflichtversicherung haben. Das solltest du unbedingt checken, vor allem ob diese auch in der EU bzw. in Deutschland gilt.
    Mehr Infos zu dem Thema findest du hier: www.azubi-azubine.de/​mein-geld/​versicherungen-in-der-ausbildung/​private-haftpflichtversicherung.html.
    Du rufst am besten bei der Versicherung an und klärst das ab. Außerdem kannst du dich gleich erkundigen, ob sich die Police auf Schadensfälle in der Arbeit erstreckt. Das ist zwar leider oft ausgeschlossen, aber sollte dennoch abgeklärt werden.

    Ich würde dir empfehlen dich vor Ort auch noch mal individuell Beraten zu lassen. Einerseits bei dem*der Versicherungsvertreter*in deines Vertrauens, sowie bei deiner zuständigen Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di Geschäftsstelle Mannheim
    Hans-Böckler-Str. 1
    68161 Mannheim
    Tel.: 0621/150315-100
    Fax: 0621/150315-525
    E-Mail: bz.rhein-neckar@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem*r Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
    (Generell gilt: Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand. Daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten. Schließlich treten immer wieder Probleme im Arbeitsleben auf, wie du merkst leider sogar schon während der Ausbildung. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.)

    Ergänzende Infos falls es in der Ausbildung wirklich mal zu Schadensfall kommt:
    Wenn die Haftpflichtversicherung nicht zahlt, musst du den Schaden nur dann ganz alleine tragen, wenn du grob fahrlässig gehandelt hast. Ob, bzw. in welcher Höhe du für den Schaden haften müsstest oder nicht, müsste unter Umständen ein Rechtsexperte vor Ort klären. Es kommt nämlich darauf an, wie deine Fahrlässigkeit eingestuft wird:
    Wenn der Schaden durch ein alltägliches Versehen (leichte Fahrlässigkeit) zustande gekommen, musst du nicht dafür haften. In der Regel übernimmt dann die Betriebshaftpflichtversicherung (die jeder Betrieb hat) die Kosten.
    Bei "mittlerer Fahrlässigkeit" (wenn du z. B. zu schnell rückwärts gefahren bist oder nicht geschaut hast, wo du hinfährst) würden du und der Betrieb anteilig haften.
    Die volle Haftung würdest du nur tragen, wenn der Unfall durch grobe Fahrlässigkeit zustande gekommen ist, wenn du zum Beispiel betrunken Auto gefahren bist.
    Wenn dem nicht so war, müsstest du den Schaden auf keinen Fall in voller Höhe tragen, sondern nur einen Anteil oder sogar gar nichts bezahlen.

    Falls du in diesem Fall rechtliche Unterstützung brauchst, kannst du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden.

    Nachdem du in deiner Anfrage auch angedeutet hast, das es vielleicht auch eine andere Versicherung war die du meintest, fällt mir spontan noch die Krankenversicherung ein.
    Mit dem Beginn einer Berufsausbildung ist man automatisch in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Das bedeutet, dass man nicht mehr länger über die kostenlose Familienversicherung der Eltern versichert ist, sondern sich selbst krankenversichern muss. In der Familienversicherung der Eltern kann man nämlich maximal bis zum 25. Lebensjahr mitversichert sein.
    Schon vor Ausbildungsbeginn sollte man sich somit für eine Krankenkasse entschieden haben, spätestens jedoch innerhalb der ersten 14 Tage der Lehrzeit. Lässt man diese Frist verstreichen, wird man vom Arbeitgeber automatisch in der Krankenkasse versichert, in welcher bisher die Familienversicherung über die Eltern bestand. Wie dies dann allerdings mit Eltern in der Schweiz aussieht kann ich dir gerade konkret nicht beantworten.
    Diesbezüglich kannst du dich bei den verschiedenen Krankenversicherungen informieren.

    Ich hoffe, ich konnte dir zumindest ein bisschen weiterhelfen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg in der Ausbildung!
    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße,
    Dr. Azubi

    P.S.: Wir hoffen, dir gefällt unser Angebot. Deine Meinung zählt! Du kannst uns in 60 Sekunden anonym einschätzen und uns damit helfen (noch) besser zu werden.: https:/​/​jugend.dgb.de/​ausbildung/​beratung/​dr-azubi/​umfrage-dr-azubi

    Dr. Azubi: 19.06.2017 20:45:26


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