Deutscher Gewerkschaftsbund

was sollen wir tun

In meinem Betrieb sind wir im Verwaltungsbereich 4 Azubis & sind vor einem Jahr angekommen , dieses Jahe ist ein Azubi in den Handwerkbereich gekommen (darauf gehe ich später noch ein.) Anfangs lief alles noch ganz okay, bis wir 4 auf einmal Probleme mit unserem Chef bekamen. Vorne weg muss ich sagen das er seinen Arbeitern überhaupt nichts gutes tut , zb Verträge auslaufen lassen wegen Schwangerschaft oder ständiges anbrüllen usw. Uns 4 Azubis hat er letztens gedroht uns (nach der Probezeit) wegen schlechter Noten rauszuwerfen. Unsere Personalchefin kam diese bezüglich in die Schule um über ein spezifisches Fach zu reden wo 3/4 eine schlechte Note hatten. Wir haben uns darauf geeinigt für eine Klassenarbeit zusammen zu lernen & ich habe eine 2 bekommen und keinerlei Lob oder andere Interesse. Einem anderen Azubi wurde vom Chef eine freistellung für die schule wegen einer familiären Hochzeit verboten, weil sie eine schlechte Note bekam. Ein weiterer Punkt ist das ich bezüglich Zügen jeden morgen 30 min früher am arbeitsplatz bin & es mir in keiner art & weise gut geschrieben wird , auch wenn wir stempeln. Wir gehen teilweise täglich mit Bauchschmerzen zur Arbeit.
“Fall nummer 2” ist heute passiert. Ein neuer Azubi (elektroniker) hat am 01.08.18 angefangen & ist leider in der 2. Woche krank geworden (magen-darm-virus) , aber trotzdem erstmal zur Arbeit gegangen , jedoch hat er es nicht lange ausgehalten. Von der Personalchefin kam erstmal verständnis & er war 3 tage krank geschrieben. Heute , als er wieder kam , wollte der Chef ihn sofort sprechen & wurde total sauer & hat ihn ebenfalls angebrüllt & gedroht das er ihn rausschmeißt wenn es nochmal passiert. Er sieht selber das es nivht gut ist in der 2 woche krank zu sein, aber er lag total flach.

anne: 09.08.2018 15:02:18 |
  • RE: was sollen wir tun

    Hallo Anne,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne beraten wir dich.

    Ich kann dich beruhigen, ihr könnt nach der Probezeit nicht wegen schlechter Noten gekündigt werden. Das ist nicht möglich.

    Du kommst jeden morgen 30 Minuten früher. Das machst du deshalb, weil dein Zug so ankommt. Es wurde aber nicht vom Arbeitgeber vorgeschrieben und du musst erst 30 Minuten später anfangen. Dein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, es als Arbeitszeit anzurechnen, wenn du ohne Anweisung 30 Minuten früher zu arbeiten anfängst.

    Du beschreibst in deiner Anfrage viele Dinge, die deine Kollegen betreffen. Letztlich geht es dir aber denke ich darum, zu beschreiben, dass euer Betriebsklima sehr schlecht ist und ihr Azubis euch nicht wohl fühlt.

    Ich empfehle euch deshalb gemeinsam das Gespräch mit euren Ausbildern zu suchen. Bereitet euch gut auf das Gespräch vor. Euer Ausbilder hat euch gegenüber eine Fürsorgepflicht (§14 Berufsbildungsgesetz). Das bedeutet, dass er euch vor Anfeindungen, Drohungen etc. beschützen muss. An diese Fürsorgepflicht solltet ihr appellieren. Hier ein paar Tipps für das Gespräch:
    Diese Dinge solltest du dir vorher überlegen:
    • Schlafe erstmal eine Nacht über die ganze Sache und mach deinem Ärger nochmal Luft bei jemanden, dem du vertraust.
    • Was soll sich für dich verbessern?
    • Du kannst eine Pro & Contra Liste machen, in der du alle positiven Dinge der Ausbildung neben die Dinge stellst, die du verbessern möchtest.
    • Was ist dein Wunsch an dieses Gespräch?
    • Überlege dir auch, mit wem es sinnvoll ist, das Gespräch zu führen (Ausbilder_in, Personalabteilung, Kolleg_in) und mache dir Gedanken, wen du zur Unterstützung mit in das Gespräch nehmen könntest, denn es ist wichtig, dass du dich im Gespräch sicher fühlst. (JAV, Betriebsrat, Eltern, Kolleg_innen, Mit-Azubis etc.)
    • Vereinbare einen konkreten Termin mit deinem_rGesprächspartner_in. Stelle vorher sicher, dass er/sie Zeit hat und ihr ungestört sprechen könnt.
    • Überlege dir gute Argumente. Was könnte auch deinem_rAusbilder_in etwas bringen? Ein Argument für eine respektvolle Behandlung kann sein, dass du nur so gut arbeiten kannst und dein bestes geben kannst.
    • Welche Kompromisse kannst du dir vorstellen, falls dein_eGesprächspartner_in nicht auf alle deine Wünsche eingeht?
    • Überlege dir konkrete Lösungsvorschläge, um deine Situation im Betrieb zu verbessern.
    • Und keine Panik! Wenn du nervös bist, das ist ganz normal.
    Wenn du in das Gespräch gehst, bleib ruhig und sachlich.
    • Formuliere zuerst, worum es dir geht.
    • Sage klar, was dich stört. Verzichte aber auf Anklagen und bleibe bei dir und nenne Beispiele für Situationen, in denen deine Rechte nicht beachtet wurden. Dabei solltest du dich um deine Situation kümmern und nicht um die deiner Kollegen.
    • vermeide Verallgemeinerungen! „Ich mache immer Überstunden“ Sage stattdessen konkret, wann du z.B. Überstunden gemacht/dich schlecht behandelt gefühlt/ hast. Sage dabei auch, wie es dir mit der Situation geht.
    • Nenne deine Argumente und Verbesserungsvorschläge!
    • Fasse am Ende alle wichtigen Punkte, auf die ihr euch geeinigt habt, nochmal kurz zusammen. Und einigt euch auf weitere Schritte. Du kannst auch gleich einen Termin für ein weiteres Gespräch ausmachen, falls ihr nochmal sprechen müsst.
    Nach dem Gespräch solltest du ein bisschen Geduld haben. Beobachte genau, ob sich etwas verändert. Wenn nicht, dann solltest du dir Unterstützung holen. Z.B. bei deiner Gewerkschaft vor Ort. Hier ist ein Kontakt:

    Ver.di Geschäftsstelle Magdeburg
    Lei¬ter¬str. 1
    39104 Magdeburg
    Tel.: 0391/28888-0
    Fax: 0391/28888-41
    E-Mail: bz.lsa-nord@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch
    ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 09.08.2018 18:53:06


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