Deutscher Gewerkschaftsbund

Mobbing Mitglied. 1015806894

Ich bin kurz vor Ende der Ausbildung hatte bereits viele Hürden in meiner Gruppe und im Team. Zb.heist es das meine Anleitung (einzige vollzeitkraft/Erzieherin )der Gruppe kurz raus geht letztendlich aber erst ca. 4 Stunden später zurück in die Gruppe kommt, dann kommt wenn die Kinder wieder wach werden (u3 Gruppe) so dass ivh zwei Tage hintereinander keine Pause hatte und vor letzte Woche am Freitag. Das wahren jetzt die jüngsten „Fälle“. Nun habe ich mich Montag früh telefonisch krank gemeldet und nach dem Arzt Besuch Bescheid gesagt das ich 2 Wochen krank gemeldet bin. An diesem Tag wurde ich später mehrmals von einer mir unbekannten Handynummer angerufen. Abends bekam ich eine wats App Nachricht das ivh leider telefonisch nicht ereichbar sei und mich bitte zeitnah melden sollte, dabei erkannte ich auf Grund des Nachfolgenden namens das es meine Leitung wahr. Am nächsten Tag bekam ivh eine sms um kurz vor 7 am morgen das ich mich bitte melden solle. Daraufhin schrieb ich meiner zuständigen Lehrerin die mir ried kurz anzurufen und zu sagen das es mir leid tut das ich krank sei. Statt warum ivh bad zu einem andern Zeitpunkt weiter zu sprechen oder mir eine Nachricht zu schreiben wurde ich mehrere Minuten unter anderem beschuldigt absichtlich krank zu sein usw. die Leitung würde mit meiner Lehrerin sprechen.
Nun habe ich zufällig ein Elternteil der Kita getroffen diese Person hat mir erzählt das „ich wegen leichten Husten zwei Wochen krank geschrieben währe und deswegen eine verstanstaltung nicht statt finden würde“ laut der Person wird vermutet das meine anleiterin dies zu allen Eltern gesagt hätte.

Ich bitte um schnelle rechtliche Rückmeldung da ich besorgt bin aus dem Vertrag (dieser läuft bis zum 31.7.2018) raus geschmissen zu werden.

Zöllner : 16.05.2018 17:11:52 |
  • RE: Mobbing Mitglied. 1015806894

    Liebe/r Azubi/ne,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst.

    Erstmal möchte ich dich beruhigen. Du kannst nicht wegen Krankheit gekündigt werden. Wenn du krank bist, hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (§3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Du hast dich ganz korrekt krank gemeldet und es war auch in Ordnung erstmal nicht ans Telefon zu gehen und dich mit deiner Lehrerin zu besprechen. Da du eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abgegeben hast, bist du auf der sicheren Seite und eine Kündigung aus dem Grund, dass du absichtlich krank machst, hätte wohl keinerlei bestand. Solltest du aber in dieser Hinsicht noch Ärger bekommen, solltest du dich bei deiner Gewerkschaft vor Ort melden und dort um Unterstützung bitten. Einen Kontakt findest du weiter unten.

    Aus deiner Anfrage lese ich heraus, dass du dich generell in deiner Einrichtung nicht wohl fühlst. Ein Grund ist, dass du alleine gelassen wirst und auch deine Pausen nicht nehmen kannst.
    Arbeitspausen sind einerseits aus biologischen Gründen notwendig, andererseits dienen sie dazu, Überlastung und Unfallrisiken zu vermeiden. Die Pause muss bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 30 Minuten lang sein und bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Du darfst nicht länger als sechs Stunden ohne Ruhepause beschäftigt werden (§4 Arbeitszeitgesetz).
    Falls dein Betrieb sich nicht an das Arbeitszeitgesetz hält, kannst du ihn bei der Gewerbeaufsicht anzeigen.

    Du solltest unbedingt mit der Einrichtungsleitung sprechen und sie bitten, deine Pausenzeiten zu akzeptieren und dir diese auch zu gewähren, weil du nur dann wieder fit für die Arbeit sein kannst und so anstrengende Situationen, wie z.B. eine Gruppe auch mal alleine zu betreuen, meistern kannst.

    Ich kann sehr gut verstehen, dass es dich traurig und wütend macht, wenn dir Eltern erzählen, dass deine Einrichtungsleiterin behauptet, du würdest wegen eines leichten Hustens zwei Wochen zu Hause bleiben. Letztlich solltest du aber mit solchen Aussagen sehr vorsichtig sein: Zum einen weißt du nicht, was die Leitung wirklich gesagt hat, sondern hast es nur über Dritte erfahren. Und zum anderen „vermutet“ diese Person auch nur, dass die Leitung das zu allen anderen Eltern gesagt hat. Auf Vermutungen kann man sich nur sehr selten verlassen und davon solltest du dich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn ein Arzt hat dir eine Krankheit bescheinigt und damit müssen sich Leitung und Eltern zufrieden geben.

    Du schreibst außerdem, dass du dich in deiner Arbeit gemobbt fühlst.
    Konflikte und Reibereien am Ausbildungsplatz, wie es auch in deiner Situation der Fall zu sein scheint, kommen leider häufiger vor als du denkst. Damit es sich um Mobbing handelt, müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Vorfälle müssen häufig und wiederholt auftreten (ca. einmal die Woche) und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken (mindestens ein halbes Jahr). Es muss sich um eine zielgerichtete, systematische und längerfristige Schikane/Diskriminierung handeln, die entweder von einer Person oder von einer Personengruppe ausgeht. Wenn mehrere der folgenden Punkte auftreten und das über einen längeren Zeitpunkt, ist das ein Anzeichen für dich, dass du gemobbt wirst:
    • ich höre oft unbegründete Kritik an der Arbeit oder am Privatleben, auch auf meine Nachfrage wird diese nicht genauer begründet.
    • Ich werde ständig unterbrochen und habe keine Möglichkeit mich zu äußern
    • ich werde vor Kollegen lächerlich gemacht und bloßgestellt.
    • ich werde beleidigt.
    • meine Arbeitsleistungen werden angezweifelt.
    • ich erhalte Drohungen, auch Androhung von körperlicher Gewalt.
    • wenn ich den Raum betrete, verstummen regelmäßig die Gespräche der Kollegen. Ich werde wie Luft behandelt
    • meine Arbeit wird sabotiert und behindert. Ich erhalte Aufgaben, die meinen Qualifikationen übersteigen oder sinnlose Aufgaben
    • ich werde sexuell belästigt.
    Folgen von Mobbing können sein:
    • ich habe eine innere Unruhe.
    • ich habe Schlafstörungen.
    • ich habe Magen-/Darmprobleme.
    • ich habe Herz-/Kreislaufprobleme.
    • ich habe Angstsymptome.
    • ich habe depressive Verstimmungen.

    Aus der Ferne ist deine Situation natürlich sehr schwer einzuschätzen. Deshalb gebe ich dir nun ein paar allgemeine Tipps, was du unternehmen könntest:

    Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich gegen den psychischen Druck wehrst, denn dadurch verlierst du ja nicht nur alle Freude an deinem Traumjob, sondern Mobbing macht auf Dauer auch krank! Hier sind ein paar Tipps für dich:

    1. Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst, werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z. B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme.

    2. Du solltest sofort anfangen, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.

    3. Du solltest möglichst früh Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist! Denn so verschaffst Du Dir Respekt.

    4. Bitte die Person zu einem Gespräch. Überlege dir vor dem Gespräch einige Situationen und Beispiele, in denen das Verhalten der Person besonders verletzend und offensichtlich war. Beginne in dem Gespräch deine Sätze mit „Ich“. Sage also nicht: „Sie kritisieren mich ständig!“ sondern „Ich fühle mich ständig von Ihnen kritisiert und oft empfinde ich die Kritik als nicht gerechtfertigt!“. Versuche sachlich und selbstkritisch zu bleiben. Das Gespräch solltest du nicht alleine führen. Es ist sehr empfehlenswert, eine Person deines Vertrauens oder bestenfalls ein Betriebsratsmitglied mitzunehmen. Es ist auch empfehlenswert, das Gespräch zu protokollieren.

    5. Dein Ausbilder hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht; d.h. er hat die Pflicht dich vor seelischer und körperlicher Gefährdung zu schützen. Er muss deine Anliegen ernst nehmen und du kannst ihn um Hilfe bitten. Diese Möglichkeit solltest du unbedingt auch in Anspruch nehmen. Falls dein Ausbilder dein Anliegen nicht ernst nimmt, kann das für dich auch ein Kündigungsgrund darstellen.

    6. Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krankschreiben lassen.

    7. Falls dein Betrieb dich loshaben will und dir grundlose Abmahnungen erteilt oder dich kündigt, solltest du schnell reagieren und dich zur Wehr setzen. Hole dir hierbei auf jeden Fall Hilfe bei deiner zuständigen Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt für dich:

    GEW Köln
    Hans-Böckler-Platz 1,
    50672 Köln
    Telefon: 0221 516267

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    8. Wenn du deinen Ausbildungsplatzwechseln musst, weil du gemobbt wirst, hast du eventuell Anspruch auf Schadensersatz gegenüber deinem Betrieb. Hier solltest du dich auch unbedingt an deine zuständige Gewerkschaft wenden.

    9. Solltest du weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen wollen, gibt es eine Übersicht für Mobbingberatungsstellen unter folgendem Link: http:/​/​www.work-watch.de/​2012/​10/​hilfestellung-bei-mobbing/​

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 16.05.2018 23:23:13


  • RE: Mobbing Mitglied. 1015806894

    Leider ist erst am Dienstag eine Ansprechpartne/in für diesen Fall zu erreichen.
    Gibt es einen anderen weg meinen Vertrag an Sie oder die zuständige Person von Verdi zu schicken da ich dort einen Abschnitt Helden hab der mir Gedanken macht.

    Zöllner: 17.05.2018 12:28:16


  • RE: Mobbing Mitglied. 1015806894

    Hallo AzubIne,

    Danke für deine Rückmeldung.
    Uns kannst du deinen Vertrag leider nicht schicken. Wenn es dich beruhigt, dann kannst du dich nochmal an die Rechtsabteilung von ver.di wenden und dich dort nochmal informieren. Allerdings ist jetzt Wochenende!
    Da du noch krankgeschrieben bist, hast du ja erstmal nichts zu befürchten. Du kannst also bis Dienstag warten, bis du weitere Schritte gehst.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 18.05.2018 11:16:43


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die DGB-Jugend Datenschutzerklärung gelesen.